Erstellt am 18. Juli 2017, 05:00

von Markus Glück

Kulturhauptstadt? Region zeigt Interesse. Bewirbt sich St. Pölten für 2024, könnte auch Region rund um Melk in das EU-Kulturprojekt eingebunden sein.

Franz Gleiß/ Stadt Melk

Im Jahr 2024 wird Österreich – nach Graz 2003 und Linz 2009 – wieder eine europäische Kulturhauptstadt stellen. Geht es nach den Mitgliedern der Plattform KulturhauptSTART, soll sich dazu nicht nur St. Pölten, sondern auch die Region rund um die Landeshauptstadt St. Pölten bewerben.

Angedacht ist, angelehnt an das Jahr 2024, einen 24 Kilometer Kreis rund um die Landeshauptstadt zu ziehen und damit auch Städte wie Melk, Krems, Neulengbach und Lilienfeld einzubeziehen.

Die Ausschreibung für die Bewerbung wurde vom Bundeskanzleramt im Juni veröffentlicht, bis 31. Dezember 2018 läuft die Bewerbungsfrist. Laut Jakob Redl von der Plattform KulturhauptSTART drängt aber die Zeit:

„Die Bewerbungsanforderungen sind sehr vielfältig und Qualität braucht auch genügend Zeit. Deshalb sollte die Entscheidung, ob man sich bewirbt, im Sommer fixiert werden.“ Im Moment vernehmen die Plattform-Mitglieder positive Signale von Stadt St. Pölten und Land. Bisher hat es sechs Vernetzungstreffen gegeben, an denen sich unter anderem auch Raumplaner Herbert Schedl-mayer, Wachau.Kultur-Geschäftsführerin Elisabeth Weigand und Unternehmerin Tina Fürst aus Melk beteiligten.

„Als Weltkulturerbe spielen wir ja ohnehin schon jetzt in der höchsten Liga weltweit mit.“Pater Martin Rotheneder, Sfift Melk

Für Redl steht außer Zweifel, dass Melk ein zentraler Bestandteil der europäischen Kulturhauptstadt.Region 2024 sein könnte. „Das betrifft aber nicht nur die herausstechende, geschichtliche Bedeutung, sondern gerade die gegenwärtige Vielfalt, wie etwa im Bereich der Kunst im öffentlichen Raum.“

Angetan von der Idee einer Bewerbung zeigt sich der Melker Kultur-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Emmerich Weiderbauer (Grüne) im NÖN-Gespräch. „Wenn sich St. Pölten tatsächlich bewirbt, kann Melk mit dem Weltkulturerbe-Status und der internationalen Bekanntheit sowie dem Barockstift ein entscheidender Bonus sein“, glaubt Weiderbauer. Für den Kultur-Stadtrat wäre es jetzt wichtig, das Thema schnell anzugehen und spätestens bis Herbst abzuschließen.

Für ihn ist Melk und die Region bereits jetzt ein Kultur-Hotspot: „Mit unseren Kulturpartnern der Wachau.Kultur und der Schallaburg haben wir schon heute ein Jahresprogramm mit tollen Highlights. Für die Stadt wäre es sehr positiv.“

Für die Verantwortlichen des Stifts mit seinen jährlich mehr als 500.000 Touristen ist eine Bewerbung eine spannende Idee.

Bekanntheitsschub für die gesamte Region

„Wird die Idee ernsthaft verfolgt, muss man noch die genauen Bedingungen prüfen. Für die Stadt Melk und die Region würde es einen zusätzlich Bekanntheitsschub bringen“, ist sich Pater Martin Rotheneder vom Stift Melk sicher. Er verweist im NÖN-Gespräch auch auf die Einzigartigkeit des Stiftes als europäisches Kulturgut: „Als Weltkulturerbe spielen wir ja ohnehin schon jetzt in der höchsten Liga weltweit mit. Im Vorfeld müssen wir uns aber genau überlegen, worauf man sich hier einlässt“, so der Verantwortliche des Stiftes.

Bei der Wachau.Kultur, bekannt für die Internationalen Barocktage, die Sommerspiele sowie die Tischlerei und „Wachau in Echtzeit“, drückt Geschäftsführerin Elisabeth Weigand auf die Euphoriebremse: „Natürlich ist mir das Thema Kulturhauptstadt St. Pölten mit der umliegenden Region bekannt, jedoch muss eine Entscheidung erst durch die Landeshauptstadt fallen. Uns ist hierzu noch nichts Näheres bekannt, womit alles noch in den Sternen steht. Prinzipiell stehen wir dem Projekt aber positiv gegenüber.

Zugeknöpft zeigt man sich auch bei der Schallaburg. „Wir können derzeit noch keine Einschätzung geben, da uns inhaltliche Details fehlen“, so Schalla burg-Pressesprecher Klaus Kerstinger.

Die Schallaburg gilt als Highlight in der Region. 2024 könnte sie Teil der europäischen Kulturhauptstadt-Region werden.  |  sangriana /shutterstock.com

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