Melk

Erstellt am 28. Januar 2018, 21:06

von Markus Glück

Landtagswahl: SP-Hochburgen Geschichte. VP mit leichtem Gewinn. SP bleibt gleich, verliert aber in Hochburgen deutlich. Jubel bei FPÖ.

Freude herrschte bei der ÖVP-Bezirksspitze über das Ergebnis: Landtagsabgeordneter Karl Moser (v. l.), Bezirksgeschäftsführerin Andrea Blauensteiner, EU-Abgeordneter Othmar Karas und Zweiter Landtagspräsident Gerhard Karner.  |  NÖN

Als der Melker Grünen-Landtagsabgeordnete Emmerich Weiderbauer vor knapp einem Jahr seinen Rückzug aus der Landespolitik ankündigte, wusste er nicht, welch Wechselbad der Polit-Gefühle das letzte Jahr für ihn bringen sollte.

Nach dem Debakel bei der Nationalratswahl, war die Angst der Grünen, auch aus dem Landtag zu fliegen. Mit dem landesweiten Ergebnis von 6,4 Prozent zeigte sich Weiderbauer dann zufrieden: „Mich schmerzt aber, dass wir als einzige Partei im Bezirk verloren haben.“

VP-Landtagsmandatar nennt die Erfolgsformel

Während die Bezirks-Grünen mit dem Weiderbauer-Rückzug ihr Landtagsmandat verlieren, bleiben den anderen Parteien ihre Landtagsmandate erhalten. Ob es bei der ÖVP abermals Karl Moser ist, wird die Auszählung der Vorzugsstimmen zeigen, es ist aber davon auszugehen. Der VP-Bezirkschef zeigte sich auch mit dem Wahlergebnis von 52,5 Prozent (+0,7 Prozent) im Bezirk enorm glücklich: „Wir haben ein fantastisches Team und intensive und gute Gespräche geführt.“

Die Formel für den VP-Erfolg hat der Yspertaler ebenso parat. „Die Leute wissen wo gearbeitet wird. Wir sind nicht, wie andere, erst kurz vor der Wahl gelaufen, sondern die gesamten fünf Jahre“, erklärt Moser.

SP-Landtagsabgeordneter Günther Sidl freut sich zwar über die Zugewinne der SPÖ auf Landesebene, sichtbar Sorgen bereiten ihm aber einige Ergebnisse in den einstigen roten Hochburgen. Während zwar in Nöchling (6,7 Prozent), Loosdorf (4,9 Prozent), Kilb (4,1 Prozent) und Melk (1,9 Prozent) gewonnen werden konnten, setzte es dramatische Verluste in Sidls Heimatort Petzenkirchen (-8,6 Prozent) und Marbach (-7,6 Prozent).

Kein Einzelfall: Auch bei der Nationalratswahl setzte es in diesen Gemeinden bereits drastische Verluste. „Wir wissen, dass viele SPÖ-Wähler zu Hause geblieben sind“, meint der SP-Bezirkschef, aber auch, dass die Gründe für das Gemeinde-Debakel tiefer liegen. Im Hinblick auf die Gemeinderatswahl 2020, bei der in Petzenkirchen der Verlust des Bürgermeister-Amtes droht, verspricht Sidl eine detaillierte Analyse.

„Die Leute wissen wo gearbeitet wird. Wir sind nicht, wie andere, erst kurz vor der Wahl gelaufen, sondern die gesamten fünf Jahre.“Karl Moser, VP-Bezirkschef

Während die SPÖ in der Heimat ihres Spitzenkandidaten die größten Verluste einfuhr, kann FP-Landtagsabgeordneter Martin Huber in seiner Heimat Blindenmarkt mit 34 Prozent, gar über das beste Wahl-Ergebnis der FPÖ in Niederösterreich jubeln. „Das Ergebnis ist sensationell. Das Traurige ist, dass Niederösterreich weiterhin von der ÖVP dominiert wird. Niederösterreich verdient eigentlich eine demokratische Politik,“ gibt sich Huber auch nach dem Urnengang im Wahlkampfmodus.Gejubelt wurde auch bei den NEOS, die beim ersten Antreten gleich den Sprung in den Landtag schafften. Mit dem Ergebnis von 3,9 Prozent im Bezirk zeigte sich NEOS-Kandidat Konrad Zimmermann glücklich: „Die Höhe ist egal. Wir feiern einen Wahlsieg.“

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