Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:01

Straftaten im Bezirk um 14 Prozent gestiegen. Polizei hat eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote. Rasche Hinweise aus der Bevölkerung helfen dabei, die Täter zu schnappen.

Die Aufklärungsquote liegt im Bezirk Melk bei 48,5 Prozent und damit höher als im Österreichschnitt.  |  Brian A Jackson/Shutterstock.com

1.334 Straftaten wurden im ersten Halbjahr im Bezirk Melk verübt – eine Steigerung der Kriminalitätsrate um 14 Prozent. Damit liegt Melk im Österreichvergleich auf Platz 11.
Dass dieses Plus tatsächlich spürbar ist, bestätigt Kriminaldienstreferent Karl Nestelberger vom Polizei-Bezirkskommando: „Auch wir konnten ein Ansteigen von bestimmten Delikten feststellen.“

Speziell in den Sommermonaten sei es vermehrt zu Einbruchsdelikten gekommen. Besonders schockierend: „Bei Wohnhauseinbrüchen in den Sommermonaten sind die Besitzer fast immer während der Tat schlafend im Haus gewesen, was eine große Belastung für die Bewohner darstellt.“ Aber auch die sogenannten Massendelikte, wie Diebstähle von Fahrrädern und Geldbörsen in Einkaufsmärkten haben sich erhöht: „Bis jetzt wurden schon über 100 Fahrräder im Bezirk Melk gestohlen, im Jahr 2015 waren es insgesamt 75 Fahrräder.“

„Bisher wurden schon über 100 Fahrräder im Bezirk Melk gestohlen, im Jahr 2015 waren es insgesamt 75.“ 
 

Karl Nestelberger, Kriminaldienstreferent des Polizei-Bezirkskommandos

Gerade kleine Ortschaften haben eine erhöhte Straftatenbelastung: „Sehr schnell fallen mir dabei die Ortschaften Pielach und Ornding ein, wo verschiedene Tätergruppen meistens in einer Nacht mehrere Wohnhäuser aufgesucht haben.“ Durch die fünf bis sechs Einbrüche pro Ortschaft – auch wenn oft nur Versuche vorgelegen seien – wurde trotzdem entsprechend Angst verbreitet. Dieser Angst entgegnen die Polizisten, indem in den betreffenden Gebieten verstärkt Streifen gefahren werden, um Sicherheit zu erzeugen.

„Wir bieten in diesen besonders belasteten Orten Beratungen zum Schutz von Eigentum an. Wir hoffen so, das subjektive Sicherheitsgefühl wieder zu heben“, so Nestelberger.

Karl Nestelberger erklärt die aktuelle Kriminalitätsstatistik.  |  Archiv

Neben einem Plus bei den Straftaten wurde aber auch die Aufklärungsquote erhöht: Mit 48,5 Prozent liegt sie über dem Österreichschnitt von 44,95 Prozent. Wesentlich dafür seien laut Nestelberger Hinweise aus der Bevölkerung. „Außerdem trägt die professionelle Spurensicherung an den Tatorten sehr zum nachträglichen Ausforschen von Tätern und Aufklären der Straftat bei.“ Die Zusammenarbeit mit ausländischen Verbindungsbeamten helfe dazu auch wesentlich mit.

Aber nicht nur Einbruchsdelikte sind gestiegen, auch die Übergriffe auf die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung haben von sechs auf elf zugenommen. Wie man damit umgehen sollte, erklärt Nestelberger: „Wenn der Täter noch anwesend ist, sofort die Polizei verständigen.“ Wendet sich jemand vertrauensvoll an eine Person, so solle man diese zur Anzeigeerstattung überreden und zur Polizei begleiten.

Asylwerber sind für Statistik unbedeutend

Die Nationalitäten der Täter im Allgemeinen zeigt, dass es vor allem Österreicher sind, die straffällig werden. Die häufige Behauptung, dass Asylwerber kriminell seien, löst bei Nestelberger Kopfschütteln aus: „Für die Entwicklung der Straftaten und auch Einbrüchen, im Besonderen Wohnhauseinbrüchen, ist die Rolle der Asylwerber unbedeutend.“
Die Täter der geklärten Wohnhauseinbrüche waren meistens Personen, die für die Einbrüche nach Österreich einreisten und danach wieder rasch das Bundesgebiet verließen. „Seltenes Einschreiten in Asylquartieren begründet sich fast ausschließlich aus dem Zusammenleben“, erklärt der Kriminaldienstreferent. 

zVg