Erstellt am 09. September 2015, 10:55

von Gerald Götsch

Bienenpest erreicht Bezirk. In drei Bienenstöcken der Gemeinden Münichreith-Laimbach und Yspertal wurde die "Amerikanische Faulbrut" nachgewiesen. Bezirkshauptmannschaft ließ Sperrzonen errichten.

Bald fliegen sie wieder herum. Bienen stehen am 7. März im Amtshaus Kritzendorf im Mittelpunkt.  |  NOEN, privat

Zuletzt kämpften die Imker des Zwettler Bezirkes gegen diese bakterielle Erkrankung, vier Sperrzonen waren im Nachbarbezirk die Folge. Nun ist sie auch im südlichen Waldviertel angekommen: die Bienenpest.

Vier Imker sind betroffen

Nachgewiesen wurde die Krankheit (bis Redaktionsschluss am Montag) bei insgesamt vier Imkern in den Gemeinden Münichreith-Laimbach, Yspertal und Persenbeug-Gottsdorf. Die Bezirkshauptmannschaft Melk reagierte prompt und ließ Sperrzonen errichten. „Dies ist so im Gesetz verankert und muss eingehalten werden“, so Bezirkshauptmannschaft Norbert Haselsteiner.

Von jedem der Bienenstände wurde eine Sperrzone mit drei Kilometer Radius eingezogen. „Hier darf vorerst kein Austausch erfolgen“, so Haselsteiner. Im Regelfall dauert die Sperre zwei Monate, bis dahin müssen alle Bienenvölker innerhalb dieser Zone untersucht werden. Derzeit laufen in diesem Gebiet Erhebungen von einem Sachverständigen. Auch in Ruprechtshofen und Mank laufen Untersuchungen.

Nach der Frage der Ursache tappt man allerdings im Dunkeln. „Derzeit tritt die Krankheit in mehreren Bundesländern auf. Auch andere Bezirke waren davon schon betroffen“, so Alois Brandstetter, Bezirksobmann der Imker. Aufgrund des großen Flugverkehrs befürchtet er in den nächsten Wochen sogar eine Verschlimmerung der Situation, sprich auch andere Gemeinden könnten betroffen werden.

Keine Gefahr für Menschen und Honig

„Bei den befallenen Bienenständen müssen die Rahmen und Mittelwände ausgetauscht werden“, so Brandstetter zur Behandlung, Proben werden ins Labor geschickt.

Eines möchte er allerdings betonen: „Für Menschen besteht keine Gefahr. Auch der Honig ist in keinster Weise verseucht oder ungenießbar.“
 


Die „Amerikanische Faulbrut“

  • Dabei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die nicht die Bienen, sondern deren Brut befällt. Diese verfault in den verdeckelten Zellen der Waben, bevor sie schlüpft. Im Erkrankungsverlauf löst sich die gesamte Körperstruktur der Larven auf und es bleibt nur eine zähe, braune, schleimige Substanz.
  • Bei einem Ausbruch droht durch Verflug und Räuberei die Infizierung eines weiten Gebiets. Nach der Feststellung der Krankheit wird eine Sperrzone mit drei Kilometer Radius um den betroffenen Bienenstand eingerichtet.
  • Bienenstöcke müssen saniert, die Mittelwände verbrannt und neue Wände eingesetzt werden.
  • Für Menschen besteht keine Gefahr, auch der Honig bleibt genießbar.

Bei Fragen gibt der Bezirksobmann unter 0680-2393767 Auskunft.