Erstellt am 11. März 2016, 17:39

von Walter Fahrnberger

Bürgermeister kämpfen um NEF-Standort. Politiker fürchten um notfallmedizinische Sicherheit in der Region.

 |  NOEN, Walter Fahrnberger / Rotes Kreuz
Ihre Sorge um den Erhalt des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) in Ybbs bzw. Persenbeug haben die zwölf Bürgermeister aus dem Versorgungsgebiet bei einer Pressekonferenz im Ybbser Rotkreuz-Haus am Freitag zum Ausdruck gebracht. Die zehn dabei anwesenden Ortschefs haben eine Petition unterschrieben, die noch am selben Tag an Landeshauptmann Erwin Pröll, seinem Stellvertreter Wolfgang Sobotka sowie an die Landesräte Maurice Androsch und Karl Wilfing ergangen ist.

Zwei Notarzt-Standorte in Gefahr?

 Hintergrund ist die aktuell laufende EU-weite Ausschreibung der Notarztversorgung durch das Land NÖ. Diese wurde nötig, nachdem die Verträge mit Rotem Kreuz und ASBÖ Ende 2016 auslaufen. Ab 2017 soll Niederösterreich in acht Regionen versorgt werden. Der Bezirk Melk wird dann mit dem Bezirk Krems zusammengefasst betreut. „Von den aktuell vier Notarztstandorten Krems, Pöggstall, Melk und Ybbs/Persenbeug könnten im schlechtesten Fall nur zwei übrig bleiben“, befürchtet der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll (SPÖ), nachdem schon vor zwei Jahren über eine Schließung  des Ybbser NEF-Stützpunktes diskutiert wurde.

„NEF hat mein Leben gerettet“

 „Das wäre eine Ausdünnung des ländlichen Raums“, ergänzt Hofamt Priels Bürgermeister Friedrich Buchberger (ÖVP), der selbst schon vom NEF schon medizinisch versorgt werden musste. Fünf weitere Personen waren bei der Pressekonferenz anwesend, die ihr Leben dem schnellen Einsatz des NEF zu verdanken haben. „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass man das überlegt“, berichtet Otto Rausch aus Gottsdorf emotional berührt. „Ich habe einen Herzinfarkt mit Herzstillstand erlitten und wäre nicht mehr am Leben, wenn der NEF nicht bei uns stationiert gewesen wäre.“

1.100 Einsätze im Jahr

Mit jährlich rund 1.100 Einsätzen wird der Standort Ybbs-Persenbeug seit dem Start 2008 als Vorzeigestützpunkt betitelt. Nicht zuletzt deshalb, weil der Stützpunkt im Vergleich zu anderen Standorte seither immer mit einem Notarzt besetzt war. In den letzten fünf Jahren musste der NEF nicht weniger als 5.720 Mal ausfahren. Zum Versorgungsgebiet zählen die zwölf Gemeinden Bergland, Blindenmarkt, Hofamt Priel, Marbach, Neumarkt, Nöchling, Persenbeug-Gottsdorf, Petzenkirchen, St. Martin/Y., Wieselburg, Wieselburg-Land und Ybbs mit insgesamt rund 30.000 Bürger.

Noch mehr Infos in der kommenden Print-Ausgabe der NÖN Melk.

Bericht aus dem Jahr 2014: