Mank

Erstellt am 25. April 2017, 01:00

von Jutta Streimelweger

Der Dollfuß-Platz bleibt. Debatte SP fordert Umbenennung. Platz ist letzter Österreichs mit umstrittenem Namen.

li.: SP-Stadtrat Anton Hikade will keinen Dollfuß-Platz mehr in Mank.
re.:VP-Bürgermeister Martin Leonhardsberger ist gegen die Umbenennung.
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Nach dem gescheiterten Versuch 2012 nimmt die Manker SP um Stadtrat Anton Hikade erneut Anlauf: „Der Dollfuß-Platz gehört unbenannt.“ Anlass für den Antrag der Roten im Gemeinderat war der Tagesordnungspunkt zum Namen der neuen Gasse im Siedlungsprojekt „Schlossweg“. Zellergasse, nach Altbürgermeister Anton Zeller, wird sie nach mehrheitlichem VP-Beschluss heißen. Für Hikade nicht genug: „Das ist herzlos und ohne Konzept. Es wäre schlüssig, jedem Altbürgermeister nach 1945 mit mindestens zehn Jahren Amtszeit einen würdigen, öffentlichen Platz zu widmen.“

Und der Platz, den der SP-Stadtobmann für Zeller im Auge hat, ist kein geringerer als der Dollfuß-Platz. „Dollfuß stellt in der Geschichte Österreichs eine zweifelsohne vieldiskutierte und nicht unumstrittene Persönlichkeit dar.“ Dollfuß hat als Bundeskanzler 1933 das Parlament ausgeschaltet, eine Regierungsdiktatur eingerichtet und den sozialdemokratischen Widerstand im Bürgerkrieg 1934 niedergeschlagen.

Für Hikade daher ist klar: „Ihm ist daher in der Stadtgemeinde Mank kein öffentlicher Platz mehr zu widmen.“

Aufarbeitung im neuen Stadtbuch geplant

Anders sieht das VP-Bürgermeister Martin Leonhardsberger. „Wir haben das alles 2012 schon besprochen – sogar mit einem Historiker.“ Es gehe um das Ereignis, das auf diesem Platz stattgefunden hat (Siehe Infobox), das werde oft vermischt.“ 1929, noch bevor Dollfuß Bundeskanzler wurde, hielt er in Mank eine Rede rund um die Einführung einer Altersvorsorge und Versicherung der Landarbeiter. Ein wütender Mob bedrohte Dollfuß, der Platz musste geräumt werden.

„Im neuen Manker Stadtbuch, das anlässlich unseres 30-jährigen Stadtbestehens erscheint, wird der Dollfuß-Platz ausführlich behandelt“, erklärt Leonhardsberger weiter und betont: „Wir müssen zu unserer Geschichte stehen.“ Über eine Infotafel, die auch Außenstehenden den Grund des Namens erklärt, will er aber nachdenken.

Für Hikade endete die Abstimmung im Gemeinderat erfolglos: Lediglich die SP stimmte für den Antrag.

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