Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:03

von Elisabeth Schuster

Debatte um Kreisverkehr geht weiter. Wirtschaft fühlt sich aus Plänen für den Hauptplatz ausgeschlossen. Arbeitsgruppe soll nun miteinbezogen werden.

Im westlichen Bereich des St. Leonharder Hauptplatzes könnte ein Kreisverkehr entstehen. Die Wirtschaftstreibenden fürchten um ihr Geschäft.  |  NOEN, Fahrnberger, Gleiß

Der Advent ist die stillste Zeit des Jahres. Doch nicht in der Marktgemeinde St. Leonhard. Da will auch so kurz vor Weihnachten keine Ruhe einkehren.

Grund dafür: ein angedachter Kreisverkehr im westlichen Bereich des Hauptplatzes. Um allen Wirtschaftstreibenden und Anrainern Gehör zu schenken, fand am Mittwoch im Gasthof Rappersberger ein Treffen statt.

„Die beste Lösung wäre laut Verkehrsplaner ein Kreisverkehr. Damit könnte auch eine Vielzahl der gesammelten Ideen berücksichtigt werden“, bekräftigte Bürgermeister Hans-Jürgen Resel. Sobald die Pläne fertig gewesen wären, hätte es laut Resel eine Besprechung gegeben. Das war den Unternehmern aber zu spät. Die Wirtschaftstreibenden wollen von Anfang an in die Gespräche integriert werden.

Nächste Sitzung im Jänner

Sie befürchten vor allem eine Reduktion der Parkplätze sowie die Verlängerung der Gehwege zu den Geschäften. Nach langen emotionsvollen Diskussionen war eine Lösung geboren: Eine Arbeitsgruppe von mindestens drei Personen wird in die Zukunftspläne des Hauptplatzes miteinbezogen. Im Jänner findet die nächste Sitzung mit dem Gemeinderat, der neuen Arbeitsgruppe und dem Verkehrsplaner statt. „Von meiner Seite war es immer so geplant“, betont Resel.

Gerüchten zufolge soll wegen der Kreisverkehr-Debatte geschäftsführender Gemeinderat Josef Motusz alle seiner Ämter zurückgelegt haben. Diese Behauptung dementierten Motusz und Resel im NÖN-Telefonat.


Zitiert

„Ich war einer der Kritiker bei der Arbeitssitzung. Ich habe nach Lösungen ohne Kreisverkehr gesucht. Die FPÖ St. Leonhard wird einer Lösung mit einem Kreisverkehr am Hauptplatz keinesfalls die Zustimmung geben.“
Johann Huber, FPÖ-Gemeinderat

„Bei den Arbeitssitzungen muss die Bevölkerung eingebunden werden.“
Wolfgang Bauer, Bauer Electronic GmbH

„Schade, dass wir uns so treffen. Wäre nicht notwendig gewesen.“
Gerhard Dragovits, parteiloser Gemeinderat

„Die Parkplätze werden durch den Kreisverkehr weniger. Das ist unzufriedenstellend. Dadurch verschiebt sich auch das Ortszentrum.“
Anton Holzgruber jun., Bäckerei und Konditorei Holzgruber

„Die Situation, wie sie jetzt ist, kann man so nicht lassen.“
Erich Wolf, geschäftsführender Gemeinderat, FPÖ

„Warum entsteht der Kreisverkehr nicht oben bei der Gemeinde? Seit die Bäume gefällt wurden, haben wir ein Jahr versäumt.“
Karl Gastecker, Verkehrs- und Dorferneuerungsvereins-Obmann

„Die Informationspolitik der Gemeinde ist nicht gut.“
Franz Dorn, Bürger

„Mit dem Kreisverkehr wird das Problem mit der Ausfahrt vom Billa nicht gelöst.“
Ewald Beigelbeck, ehemaliger Vizebürgermeister und Verbindungsmann zwischen Wirtschaft und Gemeinde

„Wir sind mit vielen Lkw unterwegs. Die Loosdorfer Straße ist für uns problematisch.“
Christian Höfler, Transportunternehmer

„Es ist ein falscher Eindruck entstanden. Es ist noch kein Zug in eine Richtung abgefahren.“
Gudrun Haas, geschäftsführende Gemeinderätin, ÖVP