Erstellt am 19. Januar 2016, 05:03

von Elisabeth Schuster

Denkmal wird versetzt. Trotz Protesten bekommt das Pöggstaller Kriegerdenkmal einen neuen Standort. Voraussichtlich im Frühjahr wird das Denkmal vom Kirchenplatz zur St. Anna-Kirche versetzt.

Seit 92 Jahren steht das Kriegerdenkmal am Kirchenplatz in Pöggstall. Nun muss es der Neugestaltung des Platzes im Zuge der Landesausstellung 2017 weichen. Voraussichtlich im Frühjahr wird es zur St. Anna-Kirche und zum Friedhof versetzt.  |  NOEN, Reiner

Seit 1924 steht das Kriegerdenkmal am Kirchenplatz in Pöggstall. Nun muss es aufgrund der Neugestaltung des Platzes versetzt werden. Das wollten die Mitglieder der ÖKB Ortsgruppe Pöggstall/Umgebung verhindern. Deshalb flatterte den Einwohnern ein Postwurf in das Haus.

Einwohner erhielten Postwurf

„Das Kriegerdenkmal sollte, wenn es schon weg muss, im Ortszentrum bleiben“, fordert Schriftführer Franz Engl. Seine Meinung dazu äußert auch der ehemalige HS-Direktor Herbert Neidhart in einem Brief an die Gemeindevertreter. „Es drängt sich in diesem Zusammenhang schon einmal die Frage auf, ob dieses Denkmal in der Vergangenheit irgendwann einmal bei einer Veranstaltung irgendjemandem im Weg war“, heißt es.

„Wir möchten das Denkmal weder streichen noch zerstören“, verteidigt sich Bürgermeisterin Margit Straßhofer. Den Postwurf kann die Ortschefin so gar nicht nachvollziehen. „Bei einem Lokalaugenschein im Dezember waren Pfarrer, Diözese und Vertreter des ÖKB einverstanden, das Kriegerdenkmal zur St. Anna Kirche und zum Friedhof zu versetzen. Anstelle dessen würde ein Friedensdenkmal dort Platz finden“, erklärt Straßhofer.

Das sieht Engl anders: „Wir haben diesen Vorschlag lediglich zur Kenntnis genommen.“ Der Postwurf und auch der Brief des Pöggstaller Historikers können nichts am Versetzen des Denkmals ändern. Laut Straßhofer kommt das Kriegerdenkmal zur St. Anna-Kirche – voraussichtlich im Frühjahr.

„Mehrheit fühlt sich übergangen“

„Wir wollen nicht aggressiv auftreten, aber die Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich übergangen“, erklärt der Schriftführer. Ihrem Unmut machen die 89 Mitglieder der ÖKB-Ortsgruppe Pöggstall/Umgebung am Schluss des Postwurfes noch einmal deutlich: „Eigentlich hatte man nach der Gemeinderatswahl 2015 und der ersten Abwahl eines Bürgermeisters der Gemeinde auf ein Ende des Drüberfahrens über die Bevölkerung gehofft.“

Einen neuen Platz in Pöggstall wird auch der Brunnen am Hauptplatz finden. „Der Brunnen ist nicht historisch und mittlerweile eine Gefahr geworden“, erklärt Straßhofer.