Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:28

von Franz Gleiß

Die Plage mit den Nagern. Über 30 Biber stauen mit ihren Dämmen die Bäche und Flüsse in der Region Mank auf.

Eine einzige Biberfamilie hat den Zettelbach in Großaigen bei Mank auf eine Höhe von zwei Metern aufgestaut. Mit dem Land Niederösterreich wird nun nach einer Lösung für die Biberplage gesucht.  |  NOEN, Franz Gleiß

Mit dem Land Niederösterreich wird nun um Fanggenehmigungen verhandelt. 1869 wurde bei Anthering in Salzburg der letzte Biber in Österreich erlegt. Über 100 Jahre später siedelte die Biologische Station Wilhelminenberg unter der Leitung von Otto König die Tiere im Rahmen von Artenschutzprojekten in der Lobau bei Wien wieder an. Heute hat sich der Bestand erholt: Etwa 4.000 Biber leben derzeit in Niederösterreich.

Die Freude darüber hält sich vor allem bei Grundstücksbesitzern entlang der Bäche und Flüsse in Grenzen. Bürgermeister Leopold Gruber-Doberer weiß das nicht nur als Obmann des Melkwasserverbandes. Er hat auf seinem eigenen Anwesen eine stattliche Biber-Population. „Vor drei Jahren ist hier alles geschwommen“, erinnert er sich. Die Biberdämme hatten die Melk damals schon zum Überlaufen gebracht.

Entfernen verboten

Das Entfernen der Dämme ist allerdings ebenso verboten wie das Abschießen der unter Naturschutz stehenden Tiere. Gruber-Doberer hat in der Folge mit dem Biberbeauftragten des Landes, Gerald Hölzler, eine Fanggenehmigung erwirkt. Acht Tiere hat er im Vorjahr gefangen. „Die Tiere werden abgeholt und genetisch untersucht“, erklärt Gruber-Doberer. Heuer hat sich das Fangglück bisher nicht eingestellt. Die Fanggenehmigung läuft jedoch Ende des Jahres aus.

Kein Verständnis zeigt er für die hier gesetzten Prioritäten. „Als meine Felder unter Wasser gestanden sind, war das egal. Der Biber ist wichtiger als die Produktion von Nahrungsmitteln. Eigentum muss vor dem Biber stehen“, fordert Gruber-Doberer.

Die Spuren und vor allem Dämme der Biber finden sich entlang der gesamten Melk sowie in den Gemeinden Kirnberg und Hürm.

Zwei Meter hoher Damm staut Zettelbach auf

Ein wahres Meisterwerk an Baukunst hat eine Biberfamilie im Zettelbach bei Großaigen bei Mank verwirklicht: Ein zwei Meter hoher Damm staut den Bach in diesem Bereich auf. Vizebürgermeister Franz Kaufmann hat diesen und weitere Dämme im Gemeindegebiet vor wenigen Tagen mit Biberbeauftragtem Gerald Hölzler besichtigt. „Es wird in dieser Woche ein Treffen mit den Grundeigentümern geben, bei dem um Fanggenehmigungen angesucht wird“, sagt Kaufmann.

Die Gemeinde ist dabei nur beratend tätig. „Es muss jeder Grundeigentümer selbst um die Genehmigung ansuchen“, weiß Kaufmann. Rat zu Biberfragen bietet neben den Gemeinden auch die Bezirksbauernkammer. „Biberschäden sind immer wieder Themen bei uns“, sagt Bauernkammer-Obmann Johannes Zuser.

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