Erstellt am 23. November 2015, 12:04

Donau: "So niedrig wie noch nie". Im Bereich Schönbühel und Aggsbach erreichte die Donau in der Nacht auf Freitag ihren absoluten Tiefststand mit 127 Zentimetern. Mittlerweile steigt das Wasser wieder.

Die Schotterstrände zwischen Schönbühel und Aggsbach wirken am Donnerstag wie ausgetrocknet.  |  NOEN, Foto: privat

„Seit Beginn der Aufzeichnungen wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag der bisher niedrigste Wasserstand der Donau gemessen“, erklärt Hermann Miedler, Gewässerwart aus Aggstein. Laut Miedler war der Wasserstand um Mitternacht am tiefsten: Er lag bei 127 Zentimetern. Gründe dafür waren der heiße und trockene Sommer und die schwachen Niederschläge im Herbst. Ähnliche Werte wurden zuletzt 2005 mit 135 Zentimetern gemessen.

Beeinträchtigt durch den niedrigen Stand sind in erster Linie die Frachtschiffe. Sie können nur mit halber Ladung oder weniger die Donau befahren. Um Gefahren des Niederwassers aus dem Weg zu gehen, informieren sich die Kapitäne auf der Homepage der „Viadonau“ über die Wasserstände. „Ideal wäre ein Mittelwasserstand. Von diesem sind wir jedoch drei Meter entfernt. Damit würde weder ein Schaden für die Vegetation noch für die Schifffahrt entstehen“, erklärt Helmut Reiter von „Viadonau“.

Umwelt leidet unter niedrigem Wasserstand

Neben den Frachtschiffen leidet nämlich auch die Umwelt unter dem niedrigen Wasserstand, wie Hermann Miedler bestätigt: „Die Auen rundherum fallen sehr trocken aus. Die Lebewesen haben dort einfach keine Lebensmöglichkeit mehr.“

Wegen des Regenwetters der letzten Tage stieg der Wasserstand wieder an und soll auch weiterhin steigen. Am Sonntagabend lag er bereits bei 255 Zentimetern. „Jetzt fahren schon wieder mehr Schiffe. Alles hat sich fast wieder normalisiert“, freut sich Hermann Miedler.