Erstellt am 27. März 2016, 18:44

von Alex Erber und Walter Nemec

Dreiste Diebe stahlen Bagger und Radlader. Bauunternehmer Gerhard Letschka hat 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Sicherstellung der teuren Geräte führen.

Dieses Bild stammt von der ÖBB-Baustelle und wurde zwei Tage vor dem Diebstahl angefertigt. Es zeigt den Bagger (links), der von unbekannten Tätern gestohlen worden ist.  |  NOEN, zVg

Auf einer ÖBB-Baustelle der Güterzugsumfahrung in Groß-Sierning hat sich in der Nacht auf Freitag ein besonders dreister Diebstahl ereignet. Unbekannte Täter haben zwei Bagger und einen Radlader gestohlen.

Die Polizei sucht nun fieberhaft nach Zeugen, die im Tatzeitraum Donnerstag 17 Uhr bis Freitag in den Morgenstunden verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, zumal der Abtransport der Beute nicht einfach über die Bühne gegangen sein muss.

Quer über drei Äcker wurden die Bagger und der Radlader zu mindestens einem Lastwagen gebracht, mit dem sie wegbefördert wurden. Dabei verloren die Kriminellen einen Kotflügel des Lastwagens, der hinter einem Damm gut abgeschirmt war. Ansonsten gibt es bislang keine Hinweise.

Wert der Fahrzeuge beträgt rund 150.000 Euro

Eines der Opfer ist der Bauunternehmer Gerhard Letschka aus Untermamau bei Karlstetten. Ihm wurde ein Bagger der Marke „Takeuchi TB 290 CV“ im Wert von rund 100.000 Euro gestohlen. Der Bagger hat einen Verstellausleger und ist daher sehr selten. Besonders bitter: Er war nicht versichert.
Letschka ist der Ansicht, dass die Täter über die Baustelle genau informiert waren: „Ich denke, dass es sich um einen Auftragsdiebstahl handelt.“

Dem Bauunternehmer Siegfried Schmalek aus Prinzersdorf wurde ein Bagger der Marke „JCB“ gestohlen. Das Gerät ist rund 1,5 Tonnen schwer und rund 25.000 Euro wert. Entwendet worden ist Schmalek auch ein Radlader, ebenfalls der Marke „JCB“ und ebenfalls rund 25.000 Euro wert.

"Chance auf Fund eher gering"

Gerhard Letschka hofft nun auf Wahrnehmungen von Zeugen und hat für Hinweise einen Finderlohn von 5.000 Euro ausgesetzt. Die Chance, dass die Fahrzeuge wieder auftauchen, ist denkbar gering. Das weiß der Unternehmer aus eigener Erfahrung: In den vergangenen Jahren sind ihm auf Großbaustellen drei Baumaschinen gestohlen worden, von den Geräten fehlt jede Spur.

Der Untermamauer ist über die Bürokratie verärgert. Es müssten Überwachungsdaten vorliegen, doch die Asfinag gibt sie erst über Gerichtsbeschluss frei. Was den Vorsprung der Täter nur noch größer macht.