Melk

Erstellt am 25. April 2017, 02:38

von Markus Glück

Taxi-Unternehmer droht mit Schließung. Zwölfer-Reisen-Chef Michael Ringsmuth wehrt sich gegen Idee von Noch-Gemeinderat Peter Pruzina.

Mit einem eigenen Projekt will Noch-Gemeinderat Peter Pruzina die E-Mobilität in der Stadt heben und mithilfe eines Vereins Personen befördern.  |  wellphoto/shutterstock.com

Mit einem Melker E-Mobil wollen die Grünen die Mobilität innerhalb der Stadt heben. Die Idee dazu entstand bereits Mitte Februar, Vorbild ist die ElektroMobil Eichgraben. Um das Projekt umzusetzen, war der Plan, einen neuen Verein zu gründen, dessen Zweck die Personenbeförderung ist. „Ein Anruf genügt und eine ältere Person wird vom Seniorenheim in die Altstadt gebracht“, erklärte Grünen-Gemeinderat Peter Pruzina die Idee damals im NÖN-Gespräch. Geht es nach Noch-Gemeinderat Pruzina wird das Projekt bei den Melker Energietagen am 6. Mai vorgestellt.

Nicht nur innerhalb der Partei rumorte es wegen des Projektes – unter anderem war es Mitgrund für den Rückzug von Pruzina aus dem Gemeinderat (die NÖN berichtete). Widerstand gibt es auch vom Chef der Firma Zwölfer-Reisen, Michael Ringsmuth: „Das ist eine Konkurrenz zu meinem Taxiunternehmen. Wir fahren bis vier Uhr früh überall hin. Wenn der Verein nur von sieben bis 21 Uhr fährt, pickt er sich die Rosinen raus.

Die Betrunkenen darf er dann auch gerne befördern.“ Sollte es dennoch zu einer Umsetzung kommen, droht Ringsmuth mit der Abmeldung seiner sechs Mitarbeiter. „Wir sind gerade in der Zeit von Jänner bis Ostern auf die Einheimischen angewiesen“, erklärt der Taxi-Betreiber.

„Wenn der Verein nur von 7 bis 21 Uhr fährt, pickt er sich nur die Rosinen raus. Die Betrunkenen darf er dann auch gerne befördern.“Erich Ringsmuth

In der Causa kontaktierte der Unternehmer auch den zuständigen VP-Landesrat Karl Wilfing. „Man hat mir Unterstützung zugesagt“, kämpft Ringsmuth gegen das Projekt.

Vom Büro Wilfing betont Pressesprecher Florian Liehr: „Uns ist dazu zwar nichts bekannt, allerdings bevorzugen wir die Kooperation mit örtlichen Taxiunternehmen. Das ist auch die gesetzliche Vorgabe. Wir wollen keine zusätzliche Konkurrenz schaffen.“ Liehr stellt auch klar, dass es widersinnig wäre, eine Konkurrenz gegen einen bestehenden Taxibetrieb öffentlich zu fördern. „Wenn das Projekt umgesetzt wird, dann gemeinsam mit dem regionalen Taxiunternehmen“, so Liehr.

Grünen-Stadtrat und Stadtpartei-Chef Emmerich Weiderbauer stellt klar, dass ein mögliches E-Mobil-Projekt nur im Konsens mit allen anderen Parteien in der Stadt umgesetzt werden kann. Auf dieses Miteinander aller Fraktionen und der Gemeinde hofft auch Pruzina: „Wenn jeder guten Willen zeigt, bin ich überzeugt, dass es erfolgreich starten wird. Leider waren die ersten Reaktionen von Euphorie noch weit entfernt.“