Erstellt am 10. November 2015, 05:17

von L. Baumberger und Gerald Götsch

Ein Lebenskünstler wurde ausgezeichnet. Der 62-jährige St. Oswalder Norbert Hauer erhielt am Freitag den Würdigungspreis des Landes Niederösterreich.

 |  NOEN, pressefotolackinger

Norbert Hauer ist längst kein Unbekannter mehr in der Region. Im Gegenteil: Mittlerweile ist er eine Institution im Waldviertel. Eine Gitarre, eine Stimme und eine Botschaft – so kennt man den Lebenskünstler. Doch was genau macht den 62-Jährigen aus?

„Das Finanzamt hat mich als Kulturvermittler klassifiziert, damit kann ich gut leben“, erklärt er. Seit Jahrzehnten engagiert er sich für die Volkskultur und andere Kulturinitiativen. „Ich stehe für generationen- und genreübergreifende bzw. grenzüberschreitende Initiativen“, beschreibt er sich selber.

Generationen übergreifend

Seine Art und Weise, (Volks)-Liedgut zu vermitteln, ist legendär. Denn dabei verbindet er Jung und Alt beim Singen. Vor allem das Jodeln hat es ihm angetan. „Dabei geht es um Harmonie und Spiegelbild der Seele“, so der 62-Jährige.

In letzter Zeit beschäftigt er sich mit Glocken. Trotz Bewerbung bei „Wetten, dass ..?“ schaffte er es nicht in die Show. Er wollte das jeweilige Dorf per Glockengeläut erraten.

Ein wahrer Tonkünstler

Derzeit ist er unterwegs, um verschiedene Alltagsgeräusche aufzunehmen. Das Ergebnis wird laut seinen Angaben übrigens auf einer auditiven Landkarte der Landesausstellung 2017 in Pöggstall abrufbar sein. „Mittlerweile meinen die Leute, das hätte der Hauer aufnehmen können“, schmunzelt er. Das Hören und Zuhören ist dem Lebenskünstler wichtig. „Die Ohrwascheln machen wir zuletzt zu“, so Hauer.

Das Land Niederösterreich huldigte Norbert Hauer am Freitag im Festspielhaus St. Pölten mit dem Würdigungspreis in der Kategorie „Volkskultur“.

„Für mich ist jede Anerkennung mit Freude und Respekt verbunden. Und mit Hochachtung, dass man wahrgenommen wird“, so der Kommentar des Preisempfängers – und einfach im Dialekt: „I g’frei mi an Haxn aus!“