Erstellt am 24. Oktober 2015, 12:45

von Freiwillige Feuerwehr

Große Hochwasserschutzübung in Melk. Ausgangslage der Übung war ein drohendes hundertjährliches Hochwasser der Donau. Gestern Mittag wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Melk und Spielberg-Pielach, die Melker Pioniere, das Rote Kreuz und die Polizei zur Übung alarmiert.

 |  NOEN, Einsatzdoku - Steyrer

Um 13 Uhr informierte Bürgermeister Thomas Widrich im Wirtschaftshof die Einsatzkräfte über die Lage. Die laut Alarmplan vorgesehene Übung wurde fast vollständig durchgeführt - einzig die vorgesehenen Evakuierungen in den gefährdeten Bereichen wurden im Zuge der Übung nicht umgesetzt.

Dennoch gingen zwei Trupps zu den Anrainern und stellten fest, dass 29 Anrainer kein Ersatzquartier für einen Notfall hätten. Für sie errichtete das Rote Kreuz im Turnsaal der Hauptschule ein Notlager. 

12 Mitglieder der Rotkreuz-Bezirksstelle Melk bauten im Turnsaal der Hauptschule Melk 50 Feldbetten auf. Diese können im Fall einer Evakuierung von den Bewohnern der Objekte der Hochwasserzone bezogen
werden. Dieses Lager konnte im Laufe der Übung auch besichtigt werden.

Kurz vor Übungsende wurde der Hochwasserdamm an der B1 geöffnet. Die Bundesstraße war dann bis 8 Uhr Früh für den Verkehr offen. 



Am Samstag um 8 Uhr begannen die Mitarbeiter des Wirtschaftshofs, die Einsatzkräfte der Feuerwehren Melk, Spielberg-Pielach und Weiten wieder mit dem Abbau und Rücktransport der Dammelemente ins Hochwasserschutzlager im Wirtschaftshof Melk. Um 13 Uhr war der Abbau abgeschlossen und die B1 wieder frei befahrbar.

Nach Übungsende lud die IG Hochwasserschutz im Pfarrhof zu Würstel und Getränken. Bürgermeister Thomas Widrich bedankte sich bei allen Mitwirkenden für deren Einsatz. Zufrieden mit der Einsatzübung zeigte sich auch FF-Einsatzleiter Thomas Reiter: „Die Übung ist sehr erfolgreich verlaufen.“

Zum ersten Mal war der neu ins Leben gerufene Einsatzstab der Stadtgemeinde Melk im Einsatz. Leiter des Stabes ist Bürgermeister Thomas Widrich. In den Räumen des Wirtschaftshofes spielten 21 Mitarbeiter der Gemeinde und Politiker den Ernstfall durch.


Fakten zum Hochwasserschutz in Melk

Die Stadt Melk finanziert 4,1 Millionen Euro von den Gesamtkosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro.
Der Hochwasserschutzdamm entlang der B1 hat eine Gesamtlänge von 540 Metern. Die maximale Höhe des Dammes reicht 2,5 Meter über das Niveau der Bundesstraße. Die Säulen und Lamellen der Untergrundabdichtung reichen bis zu sieben Meter unter das Niveau der Bundesstraße. Die Mobilelemente haben eine Gesamtfläche von 1.100 m2.

Die Pumpen in den beiden Pumpwerken haben eine Gesamtleistung von 3.000 Liter pro Sekunde.
Der Spatenstich für den Hochwasserschutz erfolgte im März 2013. Von 4. bis 7. September 2014 wurde die Anlage mit einem großen Fest eröffnet.