Erstellt am 09. September 2015, 16:02

von Elisabeth Schuster

Flüchtlinge gut integriert. Derzeit sind 51 Flüchtlinge in den Rot Kreuz-Stellen in Melk, Ybbs und Pöggstall untergebracht. Ybbs bekommt anstatt der Zelte in den nächsten Tagen zehn Container.

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"Eine Welle der Hilfsbereitschaft geht durch Ybbs", freut sich Bezirksstellenleiter Werner Hoffer von der Rot Kreuz-Stelle Ybbs. Seit Mitte August sind 20 Flüchtlinge in Zelten hinter der Bezirksstelle untergebracht.

„Die fünf Familien bringen uns so viel Dankbarkeit entgegen“, erzählt Hoffer. Insgesamt sechs Kinder und Jugendliche haben in dieser Woche mit der Schule begonnen, zwei in der Volksschule, ein Mädchen in der Neuen Sportmittelschule und drei Jugendliche in der Handelsschule.

Zehn Container anstelle der Zelte

Geschichte sind bald die Zelte: In einer Woche bekommt die RK-Stelle zehn Container: Sanitär-, Aufenthalts- und Schlafcontainer stehen den 20 Personen dann zur Verfügung. Gemietet werden die Container vom Landesverband. Bezahlen wird die neue Unterkunft das Rote Kreuz Ybbs. 19 Euro pro Person und Tag ist die gesetzlich vorgesehene Entschädigung. 5,50 Euro davon gehen an den Asylwerber selbst. Mit dem restlichen Geld wird die Containermiete, die Infrastrukturherstellung und mehr bezahlt.

Positive Zwischenbilanz in Melk

Eine positive Zwischenbilanz ziehen auch die Mitarbeiter aus Melk. 13 Flüchtlinge sind im Untergeschoß des Roten Kreuzes untergebracht. „Wir helfen und unterstützen so gut wir können. Ohne dabei den normalen Dienstbetrieb zu beeinflussen“, sagt Bezirksstellengeschäftsführer Stefan Draxler aus Melk. Von negativen Stimmen weiß Draxler nichts: „Im Gegenteil. Es kommen immer wieder Leute, die ihre Hilfe anbieten.“

Seit Mittwoch dürfen auch 18 Personen Pöggstall ihre neue Heimat nennen. Im leer stehenden Untergeschoß des ehemaligen Hilfswerk-Gebäudes finden die Asylwerber Unterkunft. Die zwei Parteien – die ebenfalls in dem Gebäude untergebracht sind – standen dem Projekt von Anfang an positiv gegenüber .

"Ich habe ein sehr gutes Gefühl“

„Die Flüchtlinge sind dankbar, endlich Ruhe zu finden. Ich habe ein sehr gutes Gefühl“, sagt Pöggstall-Bezirksstellenleiter und Vizepräsident des NÖ Roten Kreuzes Leopold Rötzer. Die Finanzierung der „Miete“ wird in den nächsten Tagen und Wochen mit der Gemeinde abgeklärt. Laut Rötzer gibt es aber eine mündliche Vereinbarung. „An erster Stelle stehen momentan die Flüchtlinge“, so Rötzer. Besonders freut sich der Bezirksstellenleiter über die Gastfreundschaft: „Als ich letzte Woche auf Besuch war, hat mir eine syrische Mutter gleich Kaffee angeboten“, freut sich Rötzer.

Sachspenden werden an den einzelnen Standorten entgegengenommen. Die Mitarbeiter geben im Vorhinein gerne Auskunft darüber, was genau gebraucht wird. In Melk ist den Flüchtlingen laut Draxler am meisten mit Lebensmittel-Gutscheinen geholfen.