Erstellt am 02. Juni 2016, 05:15

von Anna Faltner

Fünf Reihenhäuser sind schon bezogen. Integration: 29 syrische Kriegsflüchtlinge leben bereits in Pöggstall. In das sechste Reihenhaus zieht demnächst eine weitere Familie ein.

Nach einer schrittweisen Unterbringung in den letzten Monaten kommt das Projekt »Integrationswohnen in Pögg- stall« demnächst zum Abschluss.  |  NOEN, Reiner
Die 27 – seit Februar 2013 bezugsfertigen – Reihenhäuser der Gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland stießen in der Gemeinde auf geringe Nachfrage.

So beschloss die Genossenschaft im April 2015, sechs Reihenhauswohnungen an syrische Kriegsflüchtlinge zu vergeben. Nach anfänglicher Verzögerung haben mittlerweile 29 Asylwerber in der Nähe des Pöggstaller Hauptplatzes ein neues Zuhause gefunden.

Im Dezember 2015 zog die erste syrische Familie in eines der Häuser ein. Ab diesem Zeitpunkt startete die schrittweise Unterbringung der weiteren vier Familien. Der Einzug der sechsten und letzten Familie ist derzeit in Planung.

„Es ist schon alles vorbereitet. Die Familie wird bereits vom Roten Kreuz Pögg- stall betreut, kennt die örtlichen Begebenheiten und hat sich in der Gemeinde eingelebt“, berichtet Integrationsberaterin Bettina Greindl vom Diakonie Flüchtlingsdienst Amstetten.

Diakonie betreut alle Flüchtlingsfamilien

Alle Bewohner sind asylberechtigt. Sie können unbefristet in Österreich bleiben und sind in ihren Rechten und Pflichten den Österreichern gleichgestellt.

Die Betreuung der syrischen Familien übernimmt der Flüchtlingsdienst der Diakonie. Dazu finden einmal pro Woche Beratungsgespräche zu allen Themen des täglichen Lebens wie Ausbildung, Gesundheit, Arbeitssuche, Behörden etc. statt.

Die Wohnkosten müssen von den Flüchtlingsfamilien selbst getragen werden. Allerdings gibt es – so wie für Einheimische auch – verschiedene Finanzierungsmodelle.

Für die betreffenden Reihenhäuser sind aktuell eine Miete von rund 700 Euro brutto sowie ein Finanzierungsbeitrag von (einmalig) 23.000 Euro fällig.

Der Diakonie-Flüchtlingsdienst streckt jedem der Häuser den Finanzierungsbeitrag voraus. Der Großteil davon wird dann von den Familien in monatlichen Raten abbezahlt.

Bereits gut eingelebt

Laut Wohnbaugenossenschaft haben sich die fünf syrischen Familien bisher sehr gut in Pöggstall eingelebt und nehmen an Elternabenden, Schul- und Gemeindeveranstaltungen teil. Die Kinder besuchen mittlerweile die örtliche Schule.

„In Planung ist auch ein Mitwirken beim Fußballverein und im Chor“, sagt Bettina Greindl. Mit Ende Mai startet für die Bewohner ein Deutschkurs. In einer der Familien wurde ein Führerscheinkurs absolviert. Dadurch hat sich die Mobilität aller Bewohner massiv gesteigert.

Auch in der Gemeinde hat sich das Projekt „Integrationswohnen in Pöggstall“ positiv entwickelt. „Es funktioniert die Betreuung durch die Organisationen bestens, Integration und Miteinander werden großgeschrieben“, betont Bürgermeisterin Margit Straßhofer.