Erstellt am 21. Juni 2016, 05:00

von Elisabeth Schuster

Fußgängerzone wurde vor 30 Jahren eröffnet. Heftige Widerstände gab es im Jahr 1986, als die Melker Fußgängerzone beschlossen wurde. Verantwortliche von damals erinnerten sich zurück.

Erinnern sich an die Eröffnung der Fußgängerzone in der Stadt Melk vor genau 30 Jahren: Renate Kreuzervon (v. l.) der Trachtengruppe, Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann, Josef Dallinger, Josef Riegler, Helmut Sommer, Bürgermeister Thomas Widrich und Helmut Baumgartner.  |  NOEN, Stadt Melk / Gleiß

Die Fußgängerzone ist in der Melker Innenstadt heute nicht mehr wegzudenken. Damals, genauer gesagt 1986, gab es vor dem Beschluss heftige Widerstände. 30 Jahre danach trafen sich die Verantwortlichen von damals am Mittwoch, um zurückzublicken.

Zu Beginn auch Widerstand

Anfang der 80er-Jahre spitzte sich in der Stadt Melk die Verkehrslage immer weiter zu. Die früher noch im Gegenverkehr geführte Hauptstraße wurde bereits als Einbahn vom Rathausplatz in Richtung Hauptplatz geführt. Das Nebeneinander von Fahrzeugen, Fußgängern und Touristen wurde aber von Tag zu Tag gefährlicher. Mit einem neuen Verkehrskonzept für die Abt Karl-Straße und die Lindestraße wurde im Juni 1986 die Innenstadt von Melk zur Fußgängerzone erklärt.

Widerstand gab es von den in der Innenstadt ansässigen Unternehmern. „Wir haben zu jeder Zeit Anrufe erhalten“, erinnert sich der Obmann des Fußgängerzonen-Ausschusses, Helmut Baumgartner, „die Leute haben uns vorgeworfen, dass wir die Stadt umbringen.“ Beim Treffen am Mittwoch war auch Bürgermeister Thomas Widrich dabei. Ihm kamen die Probleme von damals recht bekannt vor.

Weitere Argumente, die gegen eine Fußgängerzone gesprochen haben, waren Parkplätze in der Innenstadt, die wegfallen würden, und dass Melk viel zu klein für eine Fußgängerzone sei.

„Na, dann machen wir halt ein Zönchen“ 

Dabei hätte die SPÖ ein Modell der Fußgängerzone von der Bäckerei Teufner in der Wiener Straße bis hinunter zum Hauptplatz gefordert. Die Idee wurde verworfen. Umgesetzt wurde letztlich die heute bestehende Variante. Finanzstadtrat Hans Kohlberger verewigte sich mit dem Spruch: „Na, dann machen wir halt ein Zönchen.“

Für die Gastronomen war die Fußgängerzone der Beginn der Schanigärten. Erst nachdem Autos und Busse aus der Innenstadt verbannt wurden, war Platz für Tische im Freien.

Ein Jahr nach der Einführung der Zone waren die Kritiker verstummt. Deshalb wurde mit der Umgestaltung des Rathausplatzes und der Hauptstraße begonnen. Das Architekturbüro Lenhart aus Vösendorf hatte mit seinem Entwurf einen Architektenwettbewerb gewonnen.

Im Zuge der Bauarbeiten am Rathausplatz wurde dann auch der Kolomanibrunnen versetzt. „Der Brunnen war sanierungsbedürftig“, erzählt Baumgartner. Nach Diskussionen mit dem Bundesdenkmalamt wurde ein Gestaltungskompromiss beschlossen: Der Brunnen rückte etwa eineinhalb Meter in Richtung Rathaus.