Erstellt am 16. Februar 2016, 05:04

von Walter Fahrnberger

Geplante Parkgebühr spaltet die Gemüter. Facebook-Gruppe „Gegen gebührenpflichtiges Parken in Melk“ hat fast 500 „likes“ und fordert Volksbefragung.

Die geplante Parkraumbewirtschaftung wird am Dienstag im Melker Stadtsaal ab 18 Uhr vorgestellt.  |  NOEN, Fahrnberger, bilderbox.com
Schon im Sommer soll in der Melker Innenstadt das Parken kostenpflichtig werden. Das ist eine der vom Gemeinderat bereits beschlossenen Maßnahmen des Projekts „Stadt Melk hat Zukunft“. Nicht weniger als 350.000 Euro/Jahr sollen somit langfristig in die Gemeindekassen gespült werden.

Das Grundkonzept, wie sich die Stadtgemeinde die Parkraumbewirtschaftung vorstellt, wird am Dienstag (16. Februar) ab 18 Uhr im Melker Stadtsaal bei einer Bürgerinformation präsentiert. Dabei können auch noch Verbesserungsvorschläge von der Bevölkerung eingebracht werden.

„Diese sollen sowohl von der Wirtschaft als auch von der Gemeinde in Kleingruppen bearbeitet werden“, betont Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann, der vorab keine Details verraten wollte, jedoch abwartend positive Stimmung in der Bevölkerung ortet.

Facebook-Seite mit knapp 500 Anhängern

Das von der Melker Wirtschaftsvereinigung „Zunftzeichen“ geforderte „Handyparken“ soll dabei auch schon mitbedacht worden sein. Probleme dürfte es aber bei günstigen Anbietern geben. Ansonsten haben sich die „Zunftzeichen“-Betriebe bereits mit der Parkraumbewirtschaftung abgefunden.

Das kann man nicht von allen in der Melker Bevölkerung behaupten. Eine Facebook-Seite „Gegen gebührenpflichtiges Parken in Melk“, gegründet von Maximilian Weidinger (Sozialistische Jugend, siehe auch Interview am Ende des Artikels ) hat bereits knapp 500 Anhänger. Er fordert, dass nach der Präsentation des genauen Plans eine Volksbefragung zu dem Thema stattfindet. Aufgrund des bereits getroffenen Gemeinderatsbeschlusses wird das wohl nichts werden.


Interview mit Maximilian Weidinger

NÖN: Warum haben Sie eine Facebook-Gruppe gegen die Parkgebühr in Melk gegründet?
Maximilian Weidinger: Ich habe in meinem Umfeld bis dato noch keine positive Reaktion zu den Parkgebühren erhalten. Deshalb wollte ich das mit der Facebook-Gruppe versuchen. Ich denke, dass die Zukunft der Melker Innenstadt damit aufs Spiel gesetzt wird. Stattdessen sollten die Gelder für Stadt- und Gemeinderäte gekürzt werden.

Mittlerweile hat die Seite 480 „Likes“...
Weidinger: Dass die Seite in so kurzer Zeit so viel Zuspruch bekommt, habe ich nicht gerechnet. Ich habe sie erst am 28. Jänner gegründet.

Seit wann sind Sie politisch aktiv?
Weidinger: Ich bin seit acht Jahren bei der sozialistischen Jugend aktiv, auch landes- und bundesweit. Politisches Interesse hatte ich schon immer. Durch meinen Großvater Josef Dallinger (Vizebürgermeister a. D.) wurde es noch verstärkt.


Maximilian Weidinger, 23-jähriger Melker und Mitglied der sozialistischen Jugend.