Erstellt am 11. August 2015, 07:57

von NÖN Redaktion und Franz Gleiß

Großbrand einer Stroh-Lagerhalle bei Hürm. Gegen 1:30 Uhr heulten in der Nacht auf Montag in und um Hürm die Sirenen. Grund dafür war ein Großbrand auf dem Gelände eines Stroh und Heu Handels bei Hürm.

 |  NOEN, ED - Steyrer

Eine Hitzeschlacht in jeder Hinsicht liefern sich die Wehren bei einem Großbrand in Pöttendorf: 500 Tonnen Stroh stehen dort seit Montag 1.30 Uhr in Vollbrand. Bei Redaktionsschluss (Montagmittag) ist der Brand unter Kontrolle. „Brand aus“ ist allerdings noch nicht in Sicht.

„Wenn wir das brennen lassen, brennt es noch drei Wochen“, sagt Einsatzleiter Jürgen Prosenbauer, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Hürm. Insgesamt 200 Mann von 15 Wehren versuchten in den Nachtstunden ihr Bestes. Sehr bald zeigte sich die wirkliche Herausforderung bei diesem Brand: die Versorgung mit Löschwasser.

Im Einsatz sind inzwischen 13 Tankfahrzeuge der Feuerwehren — darunter das 12.000-Liter-Tanklöschfahrzeug der Stadtfeuerwehr St. Pölten, ein Tank-Sattelzug der Firma Lugmaier, ein Milchtransporter und mehrere Landwirte mit Güllefässern.

„Wir zapfen zur Zeit alle Reserven der Gemeinde an“, sagt Bürgermeister Johannes Zuser. Dazu zählt unter anderem das Freibad in Hürm.

Löschwasser kommt auch aus dem Freibad

Der Badebetrieb wurde am Montagvormittag gesperrt und die 250.000 Liter Wasser für die Löscharbeiten freigegeben. „Auch private Brunnen und Löschteiche im Gemeindegebiet werden jetzt herangezogen“, so Zuser, „die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde ist dadurch allerdings nicht gestört. Die Badegäste bitte ich um Verständnis für die Maßnahme.“

Zusätzlich stellen die Gemeinden Mank, Kilb und Loosdorf Wasser für die Löscharbeiten zur Verfügung. Bis Montagmittag wurden bereits 600.000 Liter Wasser für den Löscheinsatz verwendet.

Die noch immer brennende Menge Stroh sollte nach ersten Plänen auf einem angrenzenden Grundstück vergraben werden. Dieser Plan wurde allerdings verworfen. Das Stroh wird nun mit einem Bagger der Firma Thir auf ein benachbartes Feld gebracht und dort gelöscht.

Halle einsturzgefährdet, fünf Lkw-Züge gerettet

Die Eisenkonstruktion der Halle ist durch die enorme Hitze bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir haben bis zu 700 Grad gemessen“, sagt Prosenbauer. Ein Großteil der 3.000 Quadratmeter großen Halle muss nach dem Einsatz abgetragen werden.

Entdeckt wurde der Brand von einer Nachbarin. Gerade noch rechtzeitig für die Besitzer, um fünf eingestellte Lkw-Züge und zwei Anhänger in Sicherheit bringen zu können. Die Hitzeschäden an den Lkw wurden am Montag schon repariert.

Beim Abtransport der Fahrzeuge zogen sich die Besitzer und ein Nachbar Verbrennungen an den Armen zu.
Wie lange der Einsatz noch dauert, kann Prosenbauer am Montag noch nicht sagen. Unklar ist bei Redaktionsschluss am Montag auch die Ursache des Infernos. „Die Ermittlungen laufen derzeit noch“, sagt Karl Nestelberger vom Bezirks-Polizeikommando.

 


NÖN.at hatte bereits Montagfrüh berichtet:

Stroh-Lagerhalle in Hürm bei Brand vernichtet

Gegen 1.30 Uhr heulten in der Nacht auf Montag in und um Hürm die Sirenen. Grund dafür war ein Großbrand auf dem Gelände eines Stroh und Heu Handels bei Hürm.

Ein Brand hat am Montag in den frühen Morgenstunden eine Halle samt 500 Tonnen darin gelagertem Stroh in der Gemeinde Hürm (Bezirk Melk) vernichtet.

Der Feuerwehreinsatz dauerte am Nachmittag an, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando . Die Helfer gingen davon aus, noch bis Dienstag tätig zu sein.

Als die Helfer eintrafen, schlugen Flammen bereits meterhoch aus dem Dach des Strohlagers in Pöttendorf. Die etwa 1.000 Quadratmeter große Halle brannte trotz eines umfassenden Löschangriffs bis auf die Grundmauern nieder. Ein Traktor samt Anhänger wurde von der Feuerwehr gerettet. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache war vorerst nicht bekannt.

Das Stroh war laut Resperger 13 Meter hoch gestapelt. Durch den Brand habe sich ein Glutstock gebildet, der den Grund für den andauernden Feuerwehreinsatz darstellte. Bis Montagnachmittag wurden bereits 900.000 Liter Löschwasser verbraucht.

Die Helfer gingen von weiteren 500.000 Litern aus, die sie noch benötigen würden. Neben 16 Tanklöschfahrzeugen waren auch zwei jeweils 13.000 Liter fassende Milchwägen am Brandort, teilte der Sprecher mit.

Die Helfer mussten wegen der großen Hitze ständig gewechselt werden. Immer mehr Feuerwehren wurden nachalarmiert. Am Einsatzort verblieben stets etwa 100 Mann, sagte Resperger.