Erstellt am 14. Juni 2016, 05:00

von Walter Fahrnberger

Heimische Produkte am Teller. Bauern wollen Kennzeichnung der Produkte auf der Speisekarte. Im Schlossrestaurant auf der Schallaburg wird das mit 100% Regionalität vorgelebt.

Sie befürworten die regionalen Produkte im Schlossrestaurant auf der Schallaburg: Abgeordneter Georg Strasser, Kammersekretär Martin Auer, Elisabeth Schwameis, Brigitte Gansberger, Kammerobmann Hannes Zuser, Restaurantbetreiber Thomas Bugnits mit seinem Küchenchef Levente Szücs, Andrea Hohenegg sowie Walter Fritz (NV Versicherung).  |  NOEN, Fahrnberger

„Gut zu wissen, wo unser Essen herkommt.“ Unter diesem Motto steht die aktuelle „Woche der Landwirtschaft“, bei der noch bis 19. Juni insgesamt 30 Events in ganz Niederösterreich die Produktkennzeichnung zum Schwerpunkt haben.

„Wir fordern für die Gemeinschaftsverpflegung (wie in Mensen etc.) eine verpflichtende Kennzeichnung von Fleisch und Eiern. Restaurant und Gasthäuser könnten auf freiwilliger Basis daran teilnehmen“, bringt Bezirksbauernkammer-Obmann Hannes Zuser die Kernbotschaften auf den Punkt. Denn schließlich muss die landwirtschaftliche Produktion in Österreich strenge Vorgaben einhalten.

Schweizer Modell als Vorbild

Vorbild der Aktion ist das Schweizer Modell. Dort wird die Tierart, das Produktionsland und auch eine mögliche (in der Schweiz nicht zugelassene Tierhaltung) am Menüplan ausgewiesen. Ein Vorreiter in der Region ist dabei das Schlossrestaurant auf der Schallaburg. Dort setzt Betreiber Thomas Bugnits seit dem Vorjahr zu 100 Prozent auf regionale Produkte. Cola und Eistee hat er von seiner Speisekarte verbannt und durch Marillen- und Kriecherlsäfte ersetzt. Fleisch kommt – wenn aufgrund der nötigen Menge bei 150.000 Gästen im Jahr möglich –aus der Region, aber ganz sicher aus Österreich.

Schallaburg: 100 Prozent Regionales im Schlossrestaurant

Insgesamt 22 regionale Lieferanten stehen auf der Produktliste im Schlossrestaurant. „Es könnten auch mehr sein, aber ich kann nicht alle Bauern abfahren. Daher würde ich mir wünschen, dass sich die Landwirte bei uns melden“, betont Bugnits, der damit auch die volle Unterstützung vom künstlerischen Leiter der Schallaburg, Kurt Farasin, genießt: „Denn passt das Essen nicht, dann bleibt das dem Gast in Erinnerung“, mahnt Farasin.

Begeistert von der Idee zeigte sich auch Nationalratsabgeordneter Georg Strasser. „Das kann sich zu einem Geschäftsmodell entwickeln, weil viele Leute ,drauf stehen‘. Die Regionalität kann die Politik aber nicht zur Gänze verordnen, sondern das muss freiwillig passieren. Wir können nur die Rahmenbedingungen vorgeben.“