Erstellt am 10. Februar 2016, 09:50

von Claudia Christ

Michael Stadler bei Obama im Weißen Haus. Der Hofamt Prieler Michael Stadler startete vor acht Jahren beruflich in den USA durch. Nun wird er von Präsident Barack Obama als Nachwuchswissenschaftler geehrt.

Der Hofamt Prieler Michael Stadler wird für seine Auszeichnung im Frühjahr von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus in Empfang genommen.  |  NOEN, white-house-gov.-website/ Pete Souza; wikipedia/foto: Matt H. Wade, privat

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, sie gibt mir ein Gefühl, das Richtige gemacht und die Zeit nicht verschwendet zu haben“, so Michael Stadler über die Auszeichnung, die er im Frühling mit mehreren Nachwuchswissenschaftlern von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus in Washington erhalten wird.

Der gebürtige Yspertaler ist am Lawrence Berkeley National Laboratory, an der Universität von Berkeley, in Kalifornien beschäftigt. „Dieser Erfolg gilt nicht mir alleine, der ist nur im Team möglich“, betonte der 41-Jährige im NÖN-Gespräch bescheiden.

Als Michael Stadler als Student der TU (Technische Universität) Wien 2002 für neun Monate an die Lawrence Berkeley National Laboratory ging, war ihm noch nicht klar, welche Karriere er einmal in den USA machen würde. „Klar war mir aber zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich wieder in die USA zurück möchte.“
 

x  |  NOEN, Foto: privat

 


Nach einigen Jahren des Pendelns zwischen Kalifornien und Österreich erhielt er 2008 eine fixe Anstellung am Lawrence Berkeley National Laboratory. Dort leitet er derzeit ein 40-köpfiges Team von Wissenschaftlern, das sich mit intelligenten Stromnetzen beschäftigt. Das Team entwickelt bzw. forscht an Steuerungssystemen, die mit Schwankungen in Energieproduktion und -verbrauch eine individuelle unabhängige Stromversorgung für Haushalte und Betriebe möglich machen (Microgrids).

Die Auszeichnung von Obama ist die höchste Anerkennung, welche von der amerikanischen Regierung für herausragende Leistungen an junge Wissenschaftler vergeben wird. Michael Stadler wird diese Ehre für ein Projekt, das er bereits 2013 mit zehn seiner Mitarbeiter durchgeführt hat, zuteil.

„Das alles wäre nicht möglich gewesen, ohne die richtige Partnerin sowie die Unterstützung meiner Eltern, Familie und Freunde.“

 

Heimatland dient als Rückzugsort

Trotz der interessanten Arbeit, des enormen Erfolges und der Liebe zu Amerika: Den Kontakt zu seiner Heimat hat er immer aufrechterhalten. Regelmäßig gönnt sich der Forscher deshalb eine „Auszeit“ in Österreich. „Ich versuche, ständig in Verbindung zu bleiben – schon wegen meiner Familie und meinem Haus in Hofamt Priel.“

Auch der von ihm 2007 gegründete Forschungsverein schafft immer wieder Anknüpfungspunkte in Österreich. „Ob ich in Amerika alt werden möchte, kann ich noch nicht sagen. Ich könnte mir auch vorstellen, wieder zurückzukommen. Doch die beruflichen Möglichkeiten in Österreich sind leider begrenzt.“

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vermisse er vor allem die heimische Natur und auch das ruhige beschauliche Leben. „Ich lebe eigentlich zwei Leben, das berufliche in Amerika und das in Österreich.“
Diese Zerrissenheit zwischen den zwei konträren Welten ist wohl der Preis, den Michael Stadler für seinen Erfolg in den USA bezahlen muss.

Zur Person:

  • Michael Stadler ist am 25. Juni 1974 in Rorregg (Yspertal) geboren.

  • Studium an der TU Wien: Energiewirtschaft und Betriebswirtschaft sowie Energie und Antriebstechnik

  • 2002 - Gastwissenschaftler Lawrence Berkeley National Laboratory

  • 2007 - Gründer des Zentrums für Energie und innovative Technologie, Österreich

  • 2008 - Wissenschaftler am Lawrence Berkeley National Laboratory

  • 2013: Leiter des Forschungsteams Microgrids; seit 2015 : Leiter der Forschungsgruppe Netzintegration (Grid Integration)