Erstellt am 12. Januar 2016, 05:03

von Anna Faltner

Immobilien werden 2016 noch beliebter. Die mit 1. Jänner in Kraft getretene Reform bringt Veränderungen für Verkäufer & bei Übergaben. Nachfrage soll steigen.

Aufgrund der Änderungen durch die Immobilien-Steuerreform wurden gegen Ende des Jahres vermehrt Vermögensübertragungen vorgenommen oder vorgezogen.  |  NOEN, www.shutterstock.com
Am 1. Jänner trat die neue Immobilien-Steuerreform in Kraft. Immobilienmaklerin Monika Büchsenmeister-Wahringer vom RE/MAX Immo-Team in Melk und Notarin Nina Ofner aus Ybbs erläutern die wichtigsten Veränderungen.

„Für die Käufer ändert sich dadurch nichts. Die Änderungen betreffen die Verkäuferseite und die Übergeber innerhalb der Familie“, weiß Monika Büchsenmeister-Wahringer. Die Steuersätze für die Immobilienertragsteuer beim Verkauf von Immobilien wurden erhöht. „Die Steuersätze betragen nunmehr beim sogenannten ‚Altvermögen‘ 4,2 Prozent anstatt 3,5 Prozent,“ erklärt Nina Ofner. Bei Umwidmungen liegen die Steuersätze nun bei 18 anstatt bei 15 Prozent, und bei Neuvermögen wurden sie von 25 auf 30 Prozent erhöht. „Der Verkäufer wird daher mit einer höheren Steuerlast konfrontiert“, zieht sie eine Bilanz.

Bei Übergaben in der Familie gibt es eine tief greifende Veränderung. Bisher wurde die Grunderwerbsteuer vom Einheitswert berechnet. Mit der neuen Reform gilt der Verkehrswert als Basis. Laut Liegenschaftsbewertungsgesetz ist der Verkehrswert jener Preis, der bei einer Veräußerung einer Immobilie üblicherweise im Geschäftsverkehr erzielt werden kann.

Diese Veränderungen sorgten in der letzten Zeit für vermehrte Verkäufe und Übertragungen. „Generell und speziell gegen Jahresende wurden viele Vermögensübertragungen vorgenommen beziehungsweise vorgezogen, um noch in den Genuss der günstigeren Steuersätze zu kommen“, bestätigte auch Notarin Nina Ofner.

Ybbs und Melk sind beliebte Wohnregionen

Im Allgemeinen zeichnete sich 2015 am Immobilienmarkt im Bezirk eine rege Geschäftstätigkeit aus, wie Martin Zehetner, Geschäftsführer vom RE/MAX Immo-Team in Wieselburg, berichtete. Ihm zufolge wird das Angebot 2016 weiter leicht steigen.

Der Trend verlagert sich immer mehr in Richtung Städte. „In Ybbs und Umland wird sehr gerne gewohnt. Auch in Melk, jedoch ist das Bauland dort knapp und es wird mehr auf bestehende Immobilien zurückgegriffen“, erklärt er. Für gebrauchte Eigentumswohnungen in Pöchlarn, Ybbs und speziell in Melk werden laut Zehetner Preise von bis zu 1.500 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Für 2016 rechnet er damit, dass Einfamilienhäuser im Bezirk noch beliebter werden. „Auch bei Baugrundstücken und vor allem bei Eigentumswohnungen in Toplagen ist mit einem Preisanstieg zu rechnen“, führt er weiter aus. Bei Eigentumswohnungen im ländlichen Bereich fällt dies geringer aus. „Wohnen ist immer dort am teuersten, wo die Infrastruktur, Arbeit und Schule am besten sind. Denn hier ist die Nachfrage am stärksten und das Angebot erfahrungsgemäß am geringsten“, fasst der Immobilien-Experte zusammen.


Wichtige Fakten

IMMOBILIENMARKT 2016:
Eigentumswohnungen:

In den Regionen Melk, Pöchlarn und Ybbs werden derzeit Quadratmeterpreise von bis zu 1.500 Euro erreicht.

Mietwohnungen:
In denselben Regionen werden derzeit Nettomieten von bis zu 7 Euro pro Quadratmeter erzielt.
Die Mietpreise sind gegenüber dem Jahr 2014 stabil geblieben.

Baulandpreise:
Der Baulandpreis in Mank beträgt durchschnittlich 40 Euro. In Melk kann dies in guten Lagen bis weit über 100 Euro kosten.

Finfamilienhäuser:
Die Nachfrage im Bezirk ist sehr hoch. RE/MAX geht für 2016 von 3,9 Prozent mehr Nachfrage und einer Preissteigerung von 3,6 Prozent aus.