Melk

Erstellt am 05. April 2017, 05:00

von Denise Schweiger

Franzobel präsentiert neues Buch in Melk. Franzobel präsentiert in Melk sein neues Buch „Floß der Medusa“. Mit der NÖN sprach er über rohe Zwiebeln und Wellenreiten.

Dirk Skiba

Der Oberösterreicher Franz Stefan Griebl ist unter seinem Künstlernamen „Franzobel“ als Schriftsteller in ganz Österreich bekannt. Sein neues Buch „Das Floß der Medusa“ stellt er am 6. April in der Melker Tischlerei vor.

NÖN: Was erwartet das Melker Publikum bei Ihrer Lesung?

Die unglaubliche Geschichte von den 147 Menschen auf dem Floß der Medusa, eine wahre Begebenheit vor der Küste Westafrikas im Jahr 1816. Nur 15 haben diese Fahrt überlebt, es ist eine Exkursion in die Abgründe des Menschlichen. Es gibt Bildmaterial, Leseproben und ein kannibalisches Buffet.

Woher nehmen Sie die Inspiration? Für das neue Buch reisten Sie viel – küsst Sie die Muse oft fern der Heimat?

Die Muse küsst mich immer, wenn ich nicht zu viel rohen Zwiebel gegessen habe und die letzte Dusche nicht zu lange zurückliegt. Nein, ernsthaft: Reisen sind inspirierend, aber nur, wenn man einen Ort hat, wohin man zurückkommen kann.

Sie schrieben 2014 „Metropolis“ für die Melker Sommerspiele. Aus Ihrer Feder entspringen Romane, Kinderbücher und Theaterstücke. Was macht mehr Spaß?

Am meisten Spaß machen mir Kinderbücher, weil ich da keinen Erwartungsdruck habe. Ein Roman ist sicher das intensivste Schreiberlebnis, aber auch die größte Herzensangelegenheit.

Was tun Sie bei Schreibblockaden und Ideenmangel?

Keine Ahnung, so etwas kenne ich nicht. Ich habe eher einen Ideenüberschuss – vielleicht sollte ich ein Ideenvermittlungsbüro eröffnen? Wem nichts einfällt, der soll Wein trinken, Zeitung lesen oder mit der Bahn fahren. Schreiben ist wie Surfen, man wartet auf die richtige Welle. Und wenn man sie hat, darf man sich nicht abwerfen lassen.

Haben Sie konkrete Projekte für dieses Jahr?

Projekte gibt es genug, aber momentan bin ich völlig mit der Promotion-Tour für das „Floß der Medusa“ eingedeckt. Ich gurke zwischen Tirol, Berlin, Köln, Krems, Graz, Düsseldorf und ich weiß nicht wo herum und freue mich auf ruhigere Zeiten, um endlich wieder zum Schreiben zu kommen.