Erstellt am 27. April 2016, 12:25

von Walter Fahrnberger

ist geklärt. Bankräuber aus Ulmerfeld dürfte Überfälle auf die Raikas in Kemmelbach und St. Martin verübt haben.

 |  NOEN, zVg

„Unsere Mitarbeiter sind sehr erleichtert“, sagt Direktor Johann Vieghofer, Geschäftsleiter der Raika Region Eisenwurzen. In der Vorwoche wurde jener Mann aus Ulmerfeld bei Hausmening festgenommen, der dringend verdächtigt wird, fünf Filialen der Raiffeisenbank im Mostviertel überfallen zu haben. Darunter auch jene in Kemmelbach im Juli 2014 sowie die Raika in St. Martin/Ybbsfeld im Dezember 2015.

Unterstützt wurde der 41-Jährige dabei in drei Fällen von seiner Ehefrau. Sie soll das Fluchtfahrzeug gelenkt haben. Die 43-Jährige hat ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Als Motiv gab die Frau an, dass sie aufgrund der Drogensucht ihres Mannes ständig mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten. Der Mann wiederum gestand die Drogensucht, nicht aber die Banküberfälle.

Ehepaar gab den entscheidenden Hinweis

Die Erhebungen laufen noch. „Die Beweislage ist aber relativ dicht“, sagt Landespolizeidirektor Franz Prucher. Endgültige Klarheit dürfte ein DNA-Test ergeben, der in den nächsten Wochen durchgeführt werden wird. In Kemmelbach konnte nach dem Überfall nämlich eine DNA-Spur des Täters gesichert werden. Zum Verhängnis wurde dem Bankräuberpaar der letzte Überfall in Ferschnitz am 25. März. Nach einem entscheidenden Hinweis eines aufmerksamen Ehepaares aus Ferschnitz (siehe Bericht rechts) gelang es der Räubergruppe des Landeskriminalamtes NÖ, die mutmaßlichen Täter auszuforschen. Das bestätigt auch Gerhard Rücklinger vom Landeskriminalamt.

Am Mittwoch klickten dann im Ulmerfelder Wohnhaus des Ehepaares die Handschellen. Die Polizeibeamten fanden im Zuge der Hausdurchsuchungen auch Tatbekleidung, Maskierung und die Tatwaffe – eine Softgun. Die Gesamthöhe der Beute lag im sechsstelligen Bereich. Ob für die Raiffeisenbank eine Chance besteht, einen Teil des Geldes zurückzubekommen, wird erst geklärt werden müssen. Fest steht hingegen das Strafausmaß für schweren Raub unter Verwendung einer Waffe: zwischen fünf und 15 Jahren.

Somit ist nun auch der fünfte und letzte Überfall auf die Raiffeisenbank in Kemmelbach (siehe links unten) geklärt. Leider jedoch zu spät. Nachdem die Bankfiliale nach 1982, 1990 und 2006 dann in den Jahren 2013 und 2014 innerhalb kürzester Zeit zweimal überfallen worden war, wurde sie aus Sicherheitsgründen für Mitarbeiter und Kunden Ende Februar 2015 endgültig geschlossen. Zwischenzeitlich waren die Ermittlungen danach sogar eingestellt worden, weil es keine neuen Erkenntnisse gab, bis nach dem Überfall in Ferschnitz...