Erstellt am 24. Mai 2016, 05:04

von Walter Fahrnberger

Julian le Play: „Ybbs wird ein Highlight“. Popstar Julian le Play über seine Karriere, seinen Künstlernamen und über das Konzert im Ybbser Donaustadion am kommenden Samstag.

Julian le Play freut sich schon auf das Konzert in Ybbs am Samstag. Im Donaustadion gibt er sein erstes Open Air in diesem Jahr  |  NOEN, privat

NÖN: Die Österreich-Premiere Ihrer Tournee „Zugvögel“ findet in Ybbs statt. Nach Auftritten in München, Leipzig und Berlin erwartet Sie im ASK-Donaustadion eine kleinere Kulisse. Haben Sie Angst vor einem „Kulturschock“ oder genießen Sie es, in kleineren Städten zu spielen?
Julian le Play: Überhaupt nicht. Ich freu mich nach der Deutschland-Tour schon wieder sehr, nach Hause zu kommen und hier Konzerte zu spielen! Gerade in kleineren Städten entsteht oft eine ganz besondere Energie während des Konzerts. Noch dazu haben wir in Ybbs unser allererstes Open Air in diesem Jahr. Ich denke, das wird ein wirklich schönes Highlight in meinem 2016.

Sie waren Teilnehmer des Kiddy-Contests, späterer Kandidat der Show „Helden von morgen“ und wurden dann zum Star. Kann man eine Karriere so perfekt planen?
Dann hätte ich schon mit zehn Jahren den Masterplan machen müssen. Das geht glücklicherweise nicht. Außerdem läuft es sowieso immer anders, als man es geplant hatte. Man muss einfach die Augen und Ohren offenhalten und – wenn es Möglichkeiten gibt, wie zum Beispiel diese TV-Show – gut abwägen, ob man so etwas machen will. Ich war damals 19 und hungrig, endlich meine Musik nach draußen tragen zu können. Das hat super gepasst.

Welche Rolle hat für Ihre Musikkarriere die Tätigkeit als Moderator bei Ö3 gespielt, wo Sie von 2011 bis 2015 gearbeitet haben. War es leichter, im Musikbusiness Fuß zu fassen, wenn man beim Radio gearbeitet hat?
Ja und nein. Ich war natürlich viel näher an Musik dran. Vor meinen Sendungen habe ich stundenlang Interviews anderer Künstler geschaut, recherchiert, mir kiloweise Alben gekauft. Das hilft sicher, sich selbst als Künstler zu finden. Die Tatsache, dass wir es dann ins Radio geschafft haben, hatte damit nichts zu tun.

Wie ist das Gefühl, wenn man dann zum ersten Mal sein eigenes Lied im Radio hört?
Es ist schon surreal. Man läuft zwischen Rihanna und Coldplay und weiß, dass gerade ganz viele Menschen deinen Song im Radio hören. Meistens fällt aber auch einfach total viel Druck ab, weil man ja Monate bis Jahre an Songs und Alben gebastelt hat.

Mit bürgerlichem Namen heißen Sie Julian Heidrich. Wie kam es zum Künstlernamen „le Play“? Seit wann tragen Sie diesen Namen?
Ich war nach der Schule eine kurze Zeit Student der Politikwissenschaften. In einer der ersten Vorlesungen ging es um einen französischen Sozialwissenschaftler namens Frederic le Play. Ich war einfach fasziniert von dem Namen, für mich war da was Magisches. Als ich beschlossen hatte, das zum Künstlernamen zu machen, hab ich mich nie wieder auf der Uni blicken lassen.

Einige Ihrer Alben wurden schon mit Gold ausgezeichnet und haben auch schon den Amadeus, den wichtigsten österreichischen Musikpreis. Welche großen Ziele wollen Sie noch erreichen?
Ehrlich gesagt ist mein größter Wunsch, dass mir weiterhin Texte einfallen. Bis jetzt dachte ich nach jedem Album „Das war’s. Jetzt bin ich, was Texte betrifft, ausgesaugt.“ Und doch klappt es dann immer wieder wie in Trance.

In der Single „Hand in Hand“ singen Sie vom Zauber einer ersten Begegnung an einem Wintermorgen. Sind persönliche Erfahrungen die Grundlage für Ihre Texte?
Natürlich sind immer viele Momente und Gefühle dabei, die ich selbst erlebt habe. Oft hilft es aber auch, die Ohren offenzuhalten und anderen Menschen zuzuhören. Immer wieder hat mich auch das Zuhören auf einen neuen Songtext gebracht.