Erstellt am 10. März 2016, 00:44

von Michael Unger

Kampf ums Abwasser in Schollach. Die Asfinag will die Abwässer ihrer A1-Rastplätze in Schollach in Zukunft nach Melk pumpen. Dadurch würden der Gemeinde fast 100.000 Euro Gebühren im Jahr entgehen.

 |  NOEN, Symbolbild
2006 wurden an der A1 die beiden Rastplätze Roggendorf und Schallaburg neu errichtet. Diese jeweils rund 10.000 Quadratmeter großen Anlagen produzieren durch Regenwasser und Sanitäranlagen enorm große Mengen an Abwässern. Erst im Vorjahr musste die Asfinag der Gemeinde Schollach deshalb für mehrere Jahre etwa 175.000 Euro nachzahlen, nachdem die Kanalgebühren (bei nun knapp 100.000 Euro im Jahr) neu festgesetzt wurden.

Das ist der Asfinag nun offenbar zu viel. Wie Bürgermeister Walter Handl in der letzten Gemeinderatssitzung berichtete, plant die Gesellschaft, die Abwässer der beiden Rastplätze in Zukunft nach Melk zu pumpen. Dort erhofft sich die Asfinag offenbar niedrigere Gebühren.

Gemeinde muss ihre Zustimmung erteilen

Dazu müsste entlang der Autobahntrasse ein Kanal bis zum Melker Gewerbegebiet gegraben werden. Da dieser Kanal zum Teil über Gemeindegründe führen würde, muss Schollach dem Projekt zustimmen. Handl wollte vom Gemeinderat wissen, wie man auf die Anfrage reagieren soll. Dabei gaben einige Gemeinderäte zu bedenken, dass die enormen Abwassermengen der Asfinag auch bald einen teuren Ausbau der Kläranlage notwendig gemacht hätten. Möglicherweise sei es daher das Beste, sie „gehen“ zu lassen. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

Beschlossen wurde der Rechnungsabschluss für 2015. Die Zuführung vom ordentlichen an den außerordentlichen Haushalt beträgt dabei statt 74.300 Euro mit 323.700 Euro mehr als viermal so viel. Dieser Überschuss erklärt sich unter anderem aus der angesprochenen Nachzahlung der Asfinag. Insgesamt umfasste der ordentliche Haushalt 2.112.000 Euro (Voranschlag: 1.793.000 Euro) und der außerordentliche Haushalt 609.000 Euro (367.000 Euro).

Zwei Dringlichkeitsanträge der FPÖ schafften es nicht auf die Tagesordnung: Zum einen forderte sie erneut eine Resolution gegen das „Durchgriffsrecht“ der Regierung im Flüchtlingsbereich. Zum anderen wollte die Fraktion statt der jetzigen „Bürgermeisterausflüge“ mit Gemeinderäten und Mitarbeitern „Gemeindeausflüge“ haben, die allen Schollachern offenstehen.