Erstellt am 22. November 2015, 12:20

von Elisabeth Schuster, Christian Eplinger und Walter Fahrnberger

"Kein weiteres Quartier im Bezirk möglich". 2.266 Flüchtlinge in Bischofstetten versorgt. Notunterkunft Wieselburg verlängert. Persenbeug bleibt "kein Thema"

2.266 Flüchtlinge wurden bislang im Transitlager Bischof- stetten versorgt. Das Rote Kreuz stößt aber mittlerweile an die Kapazitätsgrenzen.  |  NOEN, Presse&Foto FRANZ GLEISS

Der Flüchtlingsstrom über Österreich nach Deutschland ist nach wie vor ungebrochen. Die vorhandenen Transitlager stoßen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Ministerium ist weiter auf der Suche nach Notunterkünften. Deshalb wurde vorübergehend auch das Lager in Wieselburg bis 30. November verlängert. Die fehlenden Alternativen und die relativ warmen Temperaturen machen es möglich, dass die Flüchtlinge nun um zwei Wochen länger als geplant in den Messehallen versorgt werden.

Danach ist aber Schluss: „Wir haben zugestimmt, da die Temperaturen eine Verlängerung zulassen. Aber egal wie das Wetter am 30. November ist, ab diesem Zeitpunkt ist Schluss.“ Klare Worte, die Bürgermeister Günther Leichtfried aus Wieselburg gegenüber der NÖN äußerte. Seit 29. September sind über 12.117 Flüchtlinge in der Messestadt versorgt worden.

2.266 Flüchtlinge waren es bislang in Bischofstetten, die seit 28. Oktober in der Veranstaltungshalle kurzfristig untergebracht wurden. Die Anzahl der Asylanträge (37) ist im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben.

Persenbeug: Integration statt Transitlager

Im Zuge der Suche nach neuen Unterkünften war auch das Gerücht aufgetaucht, dass das bereits abgesagte Transitlager in den ehemaligen Lagerhallen der Firma IQ-Möbel in Persenbeug wieder ein Thema werden könnte. Dem ist aber nicht so, wie Bürgermeister Manfred Mitmasser bekräftigt: „Das ist kein Thema. Dazu ist bereits alles gesagt worden und es hat sich nichts geändert.“ In der Gemeinde werden gerade drei Wohneinheiten von der Familie Habsburg renoviert, wo rund zehn bis zwölf Flüchtlinge dauerhaft integriert werden sollen.

Auch für Hannes Haberfellner, Pressesprecher vom Roten Kreuz Bezirkskommando Melk, ist klar, „dass im Bezirk kein weiteres Quartier mehr möglich ist. Unsere Kapazitäten sind bis auf das Letzte ausgereizt“, so Haberfellner. Derzeit werden sogar vier hauptberufliche Mitarbeiter für die Flüchtlings- und Transitquartiere in Bischofstetten und Wieselburg gesucht.