Erstellt am 18. Mai 2016, 05:04

von Walter Fahrnberger

Hetze ist kein guter Wahlhelfer. Walter Fahrnberger über eine Causa in Hürm und die Stichwahl am Sonntag.

Die Aufregung war groß in der 1.788-Seelen-Gemeinde Hürm: Der Organist und Webmaster hatte auf der Pfarrhomepage für FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer „geworben“und Van der Bellen verunglimpft.
Ein Fehltritt, der bundesweite Medien zu Berichten über „Hofers blaue Pfarre“ veranlasste.

Das wiederum empörte viele Ortsbewohner. Pfarrer und Pfarrgemeinderat distanzierten sich klar von politischen Statements und ließen sofort eine neue Website installieren. Nun bringt die Stichwahl für das höchste Amt im Staat mit sich, dass es am kommenden Sonntag ausschließlich „blaue“ oder „grüne“ Gemeinden geben wird.

Auch wenn die Machtverhältnisse in den Kommunen so wie im Hürmer Gemeinderat (18 ÖVP, 1 SPÖ) gänzlich anders verteilt sind. Kurze Zeit wird in den Gemeinden das „Pickerl“ einer der beiden Präsidentschaftswerber haften.

Dabei gibt es oft gar keine politischen Vertreter dieser Couleurs vor Ort. Für manche eine neue, vielleicht schwierigere Entscheidung. Aber Hetze – egal ob in die eine oder in die andere Richtung– war noch nie ein guter Wahlhelfer.