Erstellt am 18. Oktober 2016, 05:00

von Markus Glück

Applaus für die Zivilcourage. Markus Glück über die Menschlichkeit in der Flüchtlingsfrage.

Statt dem Wecker läutete am frühen Sonntagmorgen die Fremdenpolizei an der Tür einer Asylwerber-Familie in Matzleinsdorf. Rasch waren an die 70 Mitbürger auf den Beinen, um ihren Unmut über die Abschiebung der syrischen Familie kundzutun. Nur einer von derzeit vielen Fällen im Bezirk, über die Flüchtlingshelfer beinahe wöchentlich klagen.

Seit der Benennung einer Flüchtlingsobergrenze von 37.500 Asylwerbern wird man das Gefühl nicht los, dass die Bearbeitung der Asylanträge schneller denn je abgewickelt wird. Man gewinnt den bedenklichen Eindruck, dass die Erfüllung der Flüchtlingsquote mehr Relevanz als ein menschliches Vorgehen hat.

Dass Gesetze eingehalten werden müssen, steht dabei ebenso außer Frage, wie die Tatsache, dass Integration nicht in Zahlen gemessen werden kann. Man kann den Bürgern von Matzleinsdorf für ihren couragierten Einsatz nur Applaus zollen – sie haben Menschlichkeit bewiesen, in dem sie für Mitmenschen und Freunde, die einst als Flüchtlinge kamen, auf die Straße gingen.