Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:00

von Markus Glück

Das Spiel mit den Ängsten. Markus Glück über eine fehlgeleitete Diskussion.

Die möglichen Freihandelsabkommen CETA und TTIP sind derzeit in aller Munde. Beinahe jeder hat dazu eine Meinung, die meist aber am Fehlen der genauen inhaltlichen Details der beiden Verträge scheitert. Eine Pro- und Contra-Diskussion, wie es sich Bauernbund-Obmann Johannes Zuser wünscht, ist alleine deshalb nicht möglich, da die Furcht vor Genmais und Chlorhuhn in den Köpfen bereits tief verankert ist.

In der heutigen Zeit ist es ein Leichtes, mit den Ängsten der Menschen zu spielen; flotte Sprüche und banale Floskeln ersetzen dabei fundiertes Wissen. Dass man die Ängste der Menschen ernst nehmen muss und sich die Bauern - nach fallendem Einkommen und steigenden Erhaltungskosten - Sorgen um ihre Zukunft machen, steht dabei aber ebenso außer Zweifel, wie mögliche Vorteile, die keine Chance auf Gehör haben.

Der Beschluss auf EU-Ebene wird kaum noch zu verhindern sein. Am Ende bleibt die vertane Chance einer ehrlichen Diskussion, bei der den verunsicherten Bürgern anstatt Horrorszenarien einfache Erklärungen hätten geliefert werden sollen.