Erstellt am 08. September 2015, 07:30

von Walter Fahrnberger

Melker Bürger in der Pflicht. Walter Fahrnberger über die geplante Reform in der Bezirkshauptstadt.

Struktur- und Verwaltungsreformen scheuen Politiker in der Regel wie der Teufel das Weihwasser. In Melk wird jetzt genau diese unpopuläre Maßnahme in Angriff genommen. Damit die Stadt wieder eine freie Finanzspitze für nötige Projekte erwirtschaften kann, muss insgesamt eine Million Euro eingespart werden.

Es ist geplant, dass die Bevölkerung einen Großteil der Sparpotenziale selbst stemmt. Aufgaben, die zurzeit noch von Gemeindebediensteten erledigt werden, sollen künftig Freiwillige übernehmen. Egal ob in der Bücherei, der Volkshochschule oder bei der Flüchtlingshilfe.

Die Alternative wäre das „Aus“ für diese und andere Angebote. Die Stadt nimmt ihre Bürger in die Pflicht. Speziell Pensionisten sollen sich einbringen. Damit wird auch ein Teil Verantwortung abgegeben, was Einrichtungen langfristig gefährden könnte. Funktioniert allerdings das Vorhaben, gibt es auf allen Seiten Gewinner. Schließlich könnten ausgerechnet die Rentner mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Zukunft von Melk sichern.