Krummnußbaum , Persenbeug-Gottsdorf

Erstellt am 19. April 2017, 04:00

Wird Schotter bald über Donau transportiert?. Hartsteinwerk Loja will Seilbahn nach Wallenbach errichten, um Lkw- Fahrten einzusparen. Anrainer wollen mit Unterschriftenliste Projekt verhindern.

Eine Seilbahn für Schottertransporte könnte künftig vom Hartsteinwerk Loja (Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf) über die Donau nach Wallenbach (Gemeinde Krummnußbaum) entstehen.  |  Faltner

Eine Seilbahn von Persenbeug-Gottsdorf nach Krummnußbaum: Das klingt zuerst wie eine touristische Attraktion, soll allerdings dem Schottertransport des Hartsteinwerks Loja dienen. Das Unternehmen im Ortsteil Metzling (Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf) stellte der Gemeinde Krummnußbaum das geplante Projekt im Herbst des Vorjahres vor.

Insgesamt 20.000 Lkws liefern den Schotter des Betriebes jährlich aus. Diese Anzahl soll durch eine Seilbahn über die Donau halbiert werden. Klar im Nachteil sehen sich dabei die Einwohner der Katastralgemeinden Wallenbach und Diedersdorf. Sie starteten eine Unterschriftenaktion um das Naturschutzgebiet „Natura 2000“ zu erhalten.

„Es wird nicht mit offenen Karten gespielt. Gemeinde und Bürger wurden so gut wie gar nicht informiert.“Markus Prochazka, Initiator der Unterschriftenliste

Aus ökologischer Sicht möchte das Hartsteinwerk Lkw-Transporte einsparen und auf die umweltfreundlichere Variante – die Westbahngleise – zurückgreifen. „Nachdem sie die Donauuferbahn verloren haben, wäre der Westbahnanschluss natürlich optimal für sie“, erklärt Krummnußbaums VP-Bürgermeister Bernhard Kerndler. Grundsätzlich hält er die Idee, die Lkw-Transporte zu verringern, durchaus für positiv. Dennoch steht er dem Projekt kritisch gegenüber: „Den ökologischen Aspekt finde ich auf jeden Fall gut. Aber für die eigene Gemeinde gibt es keinen Profit, außer Staub und Lärm. Es bringt uns keine zusätzlichen Arbeitsplätze.“

25 Meter hoher Turm vorgesehen

Im vorgelegten Plan ist ein 25 Meter hoher Turm vorgesehen, in dem die sechsgleisige Seilbahn verankert wäre. Direkt im Turm befindet sich die Verladestation, in der nur eine Person beschäftigt werden soll. Die Kommunalsteuer würde dann zukünftig auf die drei Gemeinden Persenbeug-Gottsdorf, Hofamt Priel und Krummnußbaum aufgeteilt werden.

Für die Umsetzung der Seilbahn benötigt das Unternehmen eine Fläche von vier Hektar. Diese wurde mit Optionsverträgen bereits gesichert. Das bedeutet: Falls das Projekt zustande kommt, kann auf den Gründen gebaut werden. Falls nicht, fallen die Flächen wieder ihren vorherigen Besitzern in die Hände und das Naturschutzgebiet „Natura 2000“ bleibt erhalten.

Und genau an dem Punkt knüpft der Initiator der Unterschriftenliste, Markus Prochazka, an: „Es kann nicht sein, dass in dem Bereich des Naturschutzgebietes eine Seilbahn hinkommt und wir einen sechsgleisigen Schubbahnhof bekommen.“ „Natura 2000“ schützt vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen und ist bestrebt, deren Lebensräume zu erhalten. Es beruht auf dem Grundsatz der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung, die es Menschen, Fauna und Flora ermöglichen, in Harmonie zusammenzuleben.„Das sind auch EU-Gelder für das Naturschutzgebiet, die dann verpulvert werden“, betont Prochazka.

„Fast alle Einwohner von Wallenbach und Diedersdorf haben schon unterschrieben“

Nun soll das Projekt schon kurz vor dem Spatenstich stehen. „Anscheinend hat die Bezirkshauptmannschaft fast alle Bewilligungen erteilt. Vonseiten der Loja wird aber nicht mit offenen Karten gespielt. Gemeindevertreter und Bürger wurden so gut wie gar nicht informiert. Es ist Feuer am Dach. Die Bevölkerung ist wütend“, verschafft Prochazka seinem großen Ärger Luft.

Die Unterschriftenliste liegt am Gemeindeamt, im Kaufhaus Gruber, im Gasthaus Donauhof in Sarling sowie beim Friseur Brandtner in Säusenstein auf. „Fast alle Einwohner von Wallenbach und Diedersdorf haben schon unterschrieben“, berichtet er. Die Ängste der Bürger sind nicht nur auf Staub und Lärm begrenzt. „Es ist auch eine extreme Wertminderung von unserem Eigentum“, so Prochazka.

Im offiziellen Schreiben befürchten die Gegner des Seilbahn-Projekts außerdem, dass es nicht nur bei der Bahnverladestelle bleibt, sondern darauffolgend auch Schiff und Lkw dort beladen werden. „Als Damoklesschwert schwebt die Errichtung eines Bitumenwerkes über uns. Ein Projekt, das vor Jahren in Hofamt Priel schon gescheitert ist“, vermutet der Vertreter der Bürgerinitiative.

Seitens der Firma Loja heißt es: „Das Projekt befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Es ist noch nicht klar, ob es überhaupt finanzierbar ist“, so Prokurist Johannes Koppler.