Hofamt Priel

Erstellt am 30. August 2016, 05:00

von Anna Faltner und Walter Fahrnberger

Mobbing am Arbeitsplatz in Hofamt Priel?. Nach überraschender Kündigung von kompetenter Mitarbeiterin der Gemeinde vermutet SPÖ Hofamt Priel „politische Spielchen“. VP-Ortschef: „Ist nicht wahr.“

Bürgermeister Friedrich Buchberger (li.) hält die Anschuldigungen der SPÖ für unwahr. Hofamt Priel SPÖ-Obmann Eder (re.) meint, dass Edelbauer in ihrem Job behindert wurde.  |  Gleiß, privat

In ihrer aktuellen Parteizeitung thematisiert die Orts-SPÖ die Kündigung der Gemeindemitarbeiterin Renate Edelbauer und sucht unter dem Titel „Warum kündigt eine kompetente Arbeitskraft am Gemeindeamt?“ Antworten auf einige offene Fragen.

Vier Jahre am Gemeindeamt tätig

Nach vier Jahren am Gemeindeamt hat die 51-Jährige Ende Juni ihrerseits das Dienstverhältnis gekündigt. Edelbauer war als sehr zuverlässig bekannt und hat durch ihre konsequente Arbeit die Außenstände bei Kanal-, Wasser- und Kindergartengebühren verringert. Damit wurden laut SPÖ wiederum für die Allgemeinheit Gebührenerhöhungen vermieden.

Doch ihre konsequente Arbeit dürfte anderen Gemeindemitarbeitern – Amtsleiter, Bauhofleiter und Bürgerservicemitarbeiter sind allesamt geschäftsführende Gemeinderäte der Mehrheitsfraktion ÖVP – nicht gefallen haben. Laut SPÖ war in ihrem Kündigungsschreiben von „politischen Spielereien am Gemeindeamt“ die Rede. „Außerdem geht hervor, dass sie in ihrer Arbeit eher behindert als unterstützt wurde“, erzählt SPÖ-Obmann Franz Eder. Das grenzt für die SPÖ an Mobbing.

Buchberger: "Einzig und allein ihr Wille"

Bei der Gemeinderatssitzung in der Vorwoche wurde über die Nachbesetzung von Edelbauer gesprochen. Dabei kam ein Brief eines Rechtsanwalts zur Sprache, den Renate Edelbauer eingeschaltet hatte. „Er warnt davor, dass in unserer Gemeinde politische Schmutzwäsche betrieben wird“, so Eder. Dieses Schreiben war nötig, weil Gerüchte kursierten, Edelbauer wäre entlassen worden. Im NÖN-Telefonat legt Renate Edelbauer aber Wert auf die Feststellung, dass sie selbst gekündigt hat. „Ich hatte triftige Gründe dafür. Diese habe ich jedem Gemeinderat schriftlich mitgeteilt.“

Für VP-Bürgermeister Friedrich Buchberger sind die Anschuldigungen der SPÖ „nicht wahr“. „Es ist sehr schade, dass sie gekündigt hat, aber das war einzig und allein ihr Wille. Es war eine faire und sachliche Entscheidung, ohne irgendein Hickhack“, meint Buchberger und ist sich sicher, dass „alles ausgesprochen ist.“ Diesen Anschein hinterlässt die Debatte aber ganz und gar nicht.