Erstellt am 02. Februar 2016, 05:03

von Franz Gleiß

Lack- & Lederball: Jubiläum von Cultevent. Seit Jahren gibt es nicht einmal mehr Plakate. Der Lack- & Lederball ist nach 20 Jahren ein Selbstläufer. Dahinter stehen die Harley Bikers aus Erlauf.

Kathi Langthaler (v. l.), Philip Stöberl, Andi Trümmel, Florian Schrabauer, Christian Strohmaier, Johannes Stöberl, Susanne Lagler, Mareike Kühnl, Thomas Mittmasser und Maximilian Spreitzer.  |  NOEN, www.foto-gleiss.at

Schuld war das Wetter. Anfang der 90er-Jahre wurde das jährliche Harley-Treffen des HDC Erlauf regelmäßig verregnet. Nach tagelangen Aufbauarbeiten blieben die Organisatoren auf den Kosten sitzen.

„Wir haben deshalb über ein Event im Winter nachgedacht“, erinnert sich HDC-Präsident Robert Miedinger, „es gab damals nämlich keine Veranstaltungen für Biker im Winter.“ Bei der Suche nach einem Motto war ein Begriff schnell klar: Leder – das tragen Motorradfahrer.

„Irgendwer brachte dann Lack ins Spiel – die Idee zum Ball war geboren“, so Miedinger. Nach einem Jahre Vorbereitungen ging der erste Ball 1996 auf Schloss Schallaburg über die Bühne. Mit dabei war Schalla- burg-Wirt Horst Schirgenhofer.

„Ein Teil des Erfolges sind die 
Besucher selbst mit ihren Kostümen.“
HDC-Erlauf-Präsident Robert Miedinger

Der zog sich acht Jahre später zurück. Die Schallaburg forderte daraufhin eine wesentlich höhere Miete. Auf der Suche nach einem alternativen Standort brachte im November 2004 Gastwirt Anton Hochstöger das Schloss Leiben ins Spiel. „Zwei Monate später ging im Jänner 2005 der erste Ball in Leiben über die Bühne“, so Miedinger.

Den Standortwechsel kündigten die Mitglieder des HDC Erlauf mit einer umfangreichen Plakat- und Flyeraktion an. Plakate und Flyer gibt es längst nicht mehr. Seit Jahren genügt ein Hinweis auf Facebook zum Verkaufsstart der Karten an einem Freitag Mitte Dezember. In kürzester Zeit sind die Karten dann weg.

In den zwölf Jahren der Veranstaltung in Leiben wurde vieles im Schloss angepasst. Zusätzliche WC-Anlagen wurden eingebaut, Wände entfernt und ein Notausgang geschaffen. Miedinger verweist dabei auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Vieles wurde inzwischen auch beim Auf- und Abbau erleichtert. Die Bars und Bühnen wurden aus Stecksystemen gefertigt. Unterstützt werden die Biker aus Erlauf von vielen freiwilligen Helfern. „Alleine würden wir das nicht schaffen“, ist Miedinger dankbar.