Erstellt am 28. Juni 2016, 04:34

von Walter Fahrnberger

Aus für „Station 3“ im Klinikum. Mit 1. Juli werden 30 Betten gestrichen. Betriebsrat kritisiert Personalreduktion.

Die Bettenstation 3 im Melker Landesklinikum schließt am kommenden Freitag ihre Türen. Statt bislang 173 Betten wird in Melk auf 142 Betten abgespeckt. In diesem Bereich der „Station 3“ könnte dafür das geplante Ärztezentrum in Melk Platz finden. Die Verhandlungen darüber sind aber noch im Laufen.  |  NÖN, Walter Fahrnberger, Franz Gleiß

Ab kommenden Freitag, 1. Juli, ist es so weit. Dann wird die im Vorjahr angekündigte Reduktion von 30 systemisierten Betten im Landesklinikum Mostviertel Melk in die Realität umgesetzt und die Station 3 im Melker Krankenhaus gesperrt.

Landesrat Karl Wilfing und die Holding haben diese Maßnahme mit dem „medizinischen Fortschritt“ begründet „weil sich deshalb in den letzten Jahren auch die durchschnittliche Verweildauer auf chirurgischen Stationen nach Operationen halbiert hat.

Eine Meinung, die Betriebsratsvorsitzender Adolf Salzer vom Landesklinikum Melk so nicht teilen kann. „Den medizinischen Fortschritt haben wir schon seit zehn Jahren. Und diese Betten waren ohnehin interdisziplinär (Anm.: abteilungsübergreifend) belegt.“

Was Salzer jedoch vor allem sauer aufstößt, ist, dass sämtliche Dienstposten der Station 3 gestrichen wurden. „Ursprünglich war eine Reduktion von vier Dienstposten bis zum Jahr 2019 die Rede. Jetzt muss schon bis Anfang 2017 in Melk um 11,5 Posten reduziert werden.“ Der kleine Trost dabei: „Es wird zwar niemand gekündigt, aber es wird weniger Personal aufgenommen und befristete Verträge werden nicht mehr verlängert“, weiß Salzer.

Schon bis 2017 werden 11,5 Posten gestrichen

Dabei wird die Anzahl der Patienten in Melk nicht zwangsläufig weniger werden. Jedoch soll sich die durchschnittliche Auslastung von 70 Prozent auf 84 Prozent erhöhen.

„Mit der Schließung der Betten kommt es zu einer Leistungsverdichtung auf allen anderen Stationen. Jetzt wurde aber nicht wie ursprünglich geplant ein Ausgleich für fehlendes Personal für die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch das Pflegepersonal und für die Erweiterung des Schlaflabors vorgenommen, sondern Dienstposten gestrichen“, kritisiert Salzer. Statt 311 volle Dienstverhältnisse soll es ab 2017 nur mehr 299,5 Bedienstete geben.

Stimmung ist am Boden

Die anfallende Arbeit muss mit Überstunden und Teilzeit „abgefangen“ werden. Laut Salzer steigt in der Belegschaft die Verunsicherung, die Stimmung ist am Boden, Druck und Angst um den Job wachsen.

Diese Kritik lassen die Verantwortlichen der Landeskliniken-Holding nicht auf sich sitzen. „Durch die Umstrukturierungsmaßnahmen in der gesamten Holding ist jede einzelne Klinik gefordert. Bei der Übernahme von neuen, bisher von Ärzten abgedeckten Aufgaben durch die Pflege bestehen die Personalressourcen für diese Dienstposten im Haus und müssen nur neu gewidmet werden. Außerdem hat die Reduzierung der Dienstposten vor allem ihren Ursprung in der Auslagerung von Logistik. Es kommt zu keiner qualitativen Versorgungseinschränkung“, versichert ein Sprecher der Holding.

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