Erstellt am 03. November 2015, 05:47

von Friedrich Reiner und Gerald Götsch

"Landwirtschaft hat gutes Image“. Bauernbund-Präsident Jakob Auer beantwortet in Laimbach zahlreiche Fragen und präsentiert eine Studie.

Diskussion des Bauernbundes in Laimbach. Im Bild: Johannes Zuser (v. l.), Leopold Gruber-Doberer, Franz Leonhardsberger, Vizepräsidentin Theresia Meier, Silke Dammerer, Cornelia Baumgartner, Präsident Jakob Auer, Josef Wagner, Georg Strasser und Martin Auer.  |  NOEN, Reiner

Rund 150 Interessierte folgten der Einladung des Bauernbundes in den Landgasthof Schreiner nach Laimbach.
Gleich zu Beginn ließ Kammerobmann Johannes Zuser mit einer Bemerkung aufhorchen. „Die Agrarpolitik befindet sich in einer heißen Phase. Durch die angespannte Lage brennen verschiedene Themen unter den Nägeln. Jene, die Leistung bringen, geraten teilweise unter die Räder“, behauptete Zuser und sprach den Gästen aus der Seele.

Der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, der Oberösterreicher Jakob Auer, wartete mit einigen Aspekten auf, die die Landwirte derzeit bedrücken. Vor allem die Flüchtlingspolitik und die katastrophalen Preise bei Milch und Fleisch sprach er dabei an. Er präsentiert auch das Ergebnis einer Studie zum Thema „Wie die nicht bäuerliche Bevölkerung die Bauern sehen“. Auer: „Das Image der Landwirtschaft ist relativ gut.“
Schutz des Eigentums als Thema der Zukunft

In den Mittelpunkt seiner Aussagen stellte er auch die Frage nach dem Versagen des Marktes oder von Marktteilnehmern. „Was bleibt den Bauern als Anteil dessen, was auf den Markt kommt?“, fragte er das Publikum und ging auf den relativen niedrigen Kilopreis für Schweinefleisch ein (derzeit rund 1,50 Euro).
Bei den künftigen Herausforderungen steht laut Präsident Auer der

Schutz des Eigentums an erster Stelle

Dabei rückte er das Problem von Bikern auf Privatgrundstücken und den Eingriff von Tierschützern in die Privatsphäre in den Mittelpunkt. Er hatte aber auch Positives parat, vor allem im Vergleich mit den Kollegen aus Deutschland: „Dem österreichischen Bauern geht es gegenüber den deutschen Landwirten bei der Pension bedeutend besser,“ stellte er fest.

Die anschließende Diskussion wurde sehr sachlich und auf hohem Niveau geführt. Präsident Auer, Nationalratsabgeordneter Georg Strasser und Hauptbezirksbauernratsobmann Leopold Gruber-Doberer beantworteten die gestellten Fragen der Teilnehmer. Immer wieder kamen Themen wie Registrierkassenpflicht, Breitbandausbau, steuerliche Anliegen und vieles andere zum Vorschein.
„Wir können in Zukunft nur durch Geschlossenheit und besseres Auftreten etwas erreichen“, brachte es Kammerobmann Johannes Zuser auf den Punkt.

Was denkst du darüber? Jetzt abstimmen!


ZITIERT

„Der Handel nützt unsere Uneinigkeit voll aus.“
Leopold Gruber-Doberer zum Thema Marktpreis


„Bürokratie und Lohnnebenkosten machen der Landwirtschaft zu schaffen.“
Gebietsbäuerin Cornelia Baumgartner, Pöggstall

„Beim Ausbau des Breitbandnetzes gibt es einen gewaltigen Zuständigkeitsdschungel.“
Vizebürgermeister Anton Eder, Pöggstall

„Man sollte nicht mehr Bauer, sondern Sklaven draufschreiben.“
Andreas Prelleuthner aus Artstetten-Pöbring zum Marktpreis

„Von der Bezeichnung ,Sklaven‘ sollte man unbedingt Abstand nehmen.“
Präsident Jakob Auer zur obigen Aussage