Erstellt am 27. Januar 2016, 15:30

von Elisabeth Schuster

Liebes-Aus mit schwerwiegenden Folgen. Im Juni 2014 trennte sich der Pöchlarner Julian Viehberger von seiner Freundin. Seitdem gehören viele Anrufe, zerkratzte Autos, Flugblätter und Rattengift zu seinem Alltag.

Über 600 Mal wurde dieses Flugblatt auf Facebook geteilt. Aufgehängt war es unter anderem am 31. Dezember am Großen Peilstein oder am Parkplatz des Roten Kreuz Ybbs. »Die Anschuldigungen stimmen nicht«, so der Betroffene. Bislang konnte der Verfasser nicht identifiziert werden.  |  NOEN
„Ich hätte mir nie gedacht, dass Tochter und Mutter so sind. Es gab keine Anzeichen dafür“, sagt Julian Viehberger. Seit der Pöchlarner im Juni 2014 seine Beziehung mit einer Gottsdorferin nach einem halben Jahr beendet hat, begann für den 24-Jährigen ein Martyrium, das bis heute anhält.

Nach der Trennung fing laut Viehberger das Stalken mit SMS und Anrufen an. Doch nicht von der Ex-Freundin, sondern von deren Mutter. Der Pöchlarner änderte seine Nummer und zeigte beide Gottsdorferinnen an. Bei der Gerichtsverhandlung im März 2015 verurteilte der Richter die Mutter und erteilte ein Kontaktverbot. Das bestätigte auch die Polizei.

Aber damit war noch nicht Schluss. Im Sommer 2015 entdeckte der 24-Jährige, dass sein Auto und jenes seiner neuen Freundin zerkratzt worden war. Eine Bekannte der „Ex“ gestand die Tat und wurde verurteilt. „Sie hat sich entschuldigt und einen Teil des Schadens gezahlt“, erklärt Viehberger. Das Mutter-Tochter-Gespann wurde in diesem Fall wegen Anstiftung angezeigt.

„Bis zu einem gewissen Grad belächelt man
die Aktionen. Doch es ist auch belastend.“
Stalking-Opfer Julian Viehberger

Im Dezember 2015 fing alles wieder von vorne an: „Unbekannter Anrufer“ zeigte das Handydisplay vom Pöchlarner des Öfteren an. Einmal meldete sich dabei die Mutter der „Ex“.

Einen Höhepunkt erreichte das Stalking dann zum Jahreswechsel bei der beliebten Silvesterwanderung auf den Peilstein: Dabei entdeckte ein Bekannter des Notfallsanitäters einen Flugzettel (siehe oben), auf dem Viehberger angegriffen wird. „Da stehen nur Unwahrheiten darauf“, sagt Viehberger.

Auf der Suche nach weiteren Flugblättern nutzte er die Social-Media-Plattform Facebook: Er postete das Foto mit der Bitte an die User, es zu teilen. Das taten über 600 Nutzer auch. Bis heute ist jedoch unklar, wer der Verfasser des Flugblattes ist. Das Verfahren wegen versuchten Stalkings und versuchter Nötigung gegen die Gottsdorferinnen ist in diesem Fall eingestellt worden.

Neue Freundin im Mittelpunkt von Attacken

Auch 2016 hören die Aktionen gegen den Pöchlarner nicht auf: Im eigenen Garten fand Viehberger zuletzt Rattengift. Tage später machte er Nachtdienst beim ASBÖ Persenbeug. Als er mit seinem Hund auf der gegenüberliegenden Wiese Gassi gehen wollte, fand er dort ebenfalls Rattengift. Laut Polizei wurde Anzeige wegen versuchter Tierquälerei erstattet.

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Ein normales Leben ist für den Pöchlarner schon lange nicht mehr möglich: „Bis zu einem gewissen Grad belächelt man die Aktionen. Doch es ist auch belastend und man fragt sich, was noch alles kommt und auch nach der Sinnhaftigkeit“, erklärt Viehberger.

Auch die neue Freundin steht immer wieder im Mittelpunkt von Attacken. Sie soll der Grund für die Trennung im Juni 2014 gewesen sein. „Zu diesem Zeitpunkt kannte ich meine jetzige Freundin noch gar nicht“, entkräftet Viehberger. Für den 24-Jährigen steht fest, dass hinter all den Taten die Ex-Freundin und deren Mutter stehen: „Aus Rache.“

Nachdem die Mutter zuerst keine Stellungnahme abgeben wollte, meldete sie sich kurz vor Redaktionsschluss mit schweren Anschuldigungen gegen Julian Viehberger. „Man entwickelt einen Hass gegen das ‚Opfer’ Viehberger, weil er seit Beziehungsende nur Lügen verbreitet“, sagt die Mutter. Laut der Gottsdorferin werden bereits alle Verfahren neu aufgerollt. In den ungeklärten Fällen gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.