Loosdorf

Erstellt am 02. August 2016, 03:16

von Michael Unger

Hass-Posting kostete den Job. Hetze auf Facebook: Nach einem ausländerfeindlichen Facebook-Kommentar wurde ein Loosdorfer bei Spar gekündigt.

Nach einem ausländerfeindlichem Facebook-Eintrag zu einem NÖN-Artikel wurde ein Loosdorfer Spar-Mitarbeiter nun gekündigt.  |  Unger

Das Problem ist nicht neu: Mit der Zunahme der Flüchtlingszahlen im Vorjahr stieg auch die Zahl hetzerischer und flüchtlingsfeindlicher Kommentare in sozialen Netzwerken massiv an. Doch solche Äußerungen können Konsequenzen haben. Neben strafrechtlichen Verurteilungen kam es deshalb immer wieder auch schon zu Kündigungen.

Nun hat sich auch ein Loosdorfer mit einem Facebook-Kommentar um seinen Job gebracht. Unter einem NÖN-Artikel, der über Flüchtlinge auf Bahngleisen berichtete, postete er einen „verbalradikalen, ausländerfeindlichen und verhetzenden Kommentar“, wie es bei Spar heißt. Der Mitarbeiter sei im Fuhrpark tätig gewesen, wo mehr als die Hälfte seiner Kollegen ausländischer Herkunft sind, so das Unternehmen.

„Menschenverachtende Aussagen“ untragbar

„Als menschenfreundliches Unternehmen wollen wir solche öffentlich getätigten menschenverachtenden Aussagen, die Kollegen brüskieren und eine Teamarbeit unmöglich machen, nicht dulden.

Darum wurde der Mitarbeiter gekündigt“, erklärt Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann auf NÖN-Anfrage. Facebook sei eben „kein rechtsfreier Raum“. Man mache die Mitarbeiter auch immer wieder über interne Kommunikationskanäle darauf aufmerksam.

Bereits im Vorjahr beendete das Unternehmen das Arbeitsverhältnis mit einer Filialleiterin, die sich einen Brand im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen wünschte.

Aus Sicht von Arbeitsrechtlern rechtfertigen gravierend „hetzerische“ Postings auch eine Entlassung, also die sofortige Beendigung ohne Kündigungsfrist. Jedenfalls entlassen werden kann man bei gerichtlich strafbaren Handlungen, also etwa Verhetzung. Aber auch bei geringeren Vorkommnissen können Mitarbeiter als „vertrauensunwürdig“ betrachtet werden, was ebenfalls ein Entlassungsgrund ist.