Melk

Erstellt am 17. Oktober 2016, 18:04

von Walter Fahrnberger

Landesklinikum Melk wird Zentrum für Endometriose-Fälle. Im Rahmen eines EU-Projekts erfolgt der Austausch von Know-how mit Spezialisten aus dem Krankenhaus Znaim in Tschechien.

Das Landesklinikum Melk. Foto: Landesklinikum Melk  |  Walter Fahrnberger

Jede zehnte Frau ist von der Endometriose-Erkrankung betroffen. Dabei handelt es sich um eine gutartige chronische Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Die Krankheit ist nicht nur schmerzhaft und sehr langwierig. Sie führt bei 50 Prozent der betroffenen Patientinnen sogar zu Unfruchtbarkeit.

Erfahrungsaustausch mit Belgien

Das Landesklinikum Melk – bereits durch seine herausragende gynäkologische Abteilung bekannt – wird nun das erste Krankenhaus in Niederösterreich, das für die Behandlung von Endometriose zertifiziert wird.

Diese erfolgt im Rahmen eines EU-Projektes durch eine Kooperation mit dem Krankenhaus im tschechischen Znaim, mit dem auch eine Zusammenarbeit bei der Strahlentherapie angedacht ist.

Das verkündete Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner am Montag im Landesklinikum Melk bei einem Treffen mit dem belgischen Gesundheitsminister Antonios Antoniadis.

Primar Leopold Wanderer, Landeshauptmann-Stv. Johanna Mikl-Leitner und der belgische Gesundheitsminister Antonios Antoniadis. Foto: zVg  |  zVg

Mit der deutschsprachigen Region (Euregio Maas-Rhein)  in Belgien besteht schon seit Jahren ein Austausch an Know-how. „Mit den Erfahrungen aus dieser Grenzregion mit Deutschland, Niederlande und Luxemburg haben wir uns weiterentwickelt“, erklärt Mikl-Leitner.

„Auch wir in Niederösterreich haben das Ziel einer Gesundheitsversorgung ohne Grenzen. Dabei haben uns die Erfahrungen der Kollegen aus Belgien geholfen“, betont Mikl-Leitner.  

Niederösterreich ist laut WHO Vorbild

Mittlerweile nennt auch die WHO Niederösterreich als Best-Practice-Beispiel. So funktioniert die Zusammenarbeit der Krankenhäuser Gmünd und České Velenice sehr gut. Jährlich werden 2.800 tschechische Patienten in Gmünd ambulant betreut. „Das sichert auch den Standort Gmünd“, so Mikl-Leitner.

zVg

Ähnlich funktioniert die Kooperation im Weinviertel mit den Spitälern Mistelbach und Hollabrunn mit Znaim bzw. Breclav. Dafür wurde insgesamt eine Million Euro an Fördergeldern von Brüssel abgeholt.

Landesklinikum Melk wird gestärkt

EU-Gelder erhofft man sich jetzt auch in Melk für das EU-Projekt mit Znaim, wo bereits ein Endometriose-Schwerpunkt besteht.  „Der Kontakt ist durch einen Kollegen entstanden, der dort arbeitet“, erklärt Primar Leopold Wanderer, Leiter der Station Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Landesklinikum Melk.

Ab nächstem Jahr soll die Kooperation greifen. Wie hoch die Zahl der Endometriose-Patientinnen sein wird, konnte Wanderer noch nicht sagen. Jedenfalls wird dieser Schwerpunkt aber auch den Standort in Melk stärken.