Erstellt am 08. September 2015, 07:57

von Walter Fahrnberger

Melk: Ehrenamt soll sparen helfen. "Stadt Melk hat Zukunft" soll eine Million Euro bringen. "Sparmaßnahmen nicht abgesprochen", kritisieren Grüne. MELK / 

Der Melker Bürgermeister Thomas Widrich präsentiert das Organigramm für wesentliche Bereiche in der Gemeinde. Die Gründung eines Dachvereins mit Freiwilligen steht dabei im Mittelpunkt.  |  NOEN, Presse&Foto FRANZ GLEISS

Dass eine Gemeinderatssitzung im Melker Stadtsaal abgehalten wird, ist etwas Besonderes. Am Donnerstag ab 18.30 Uhr ist es aber so weit. Denn schließlich ist auch der Anlass ein besonderer.

Die Stadtregierung beschließt nicht nur öffentlich die Punkte des Projekts „Stadt Melk hat Zukunft“. Die Pläne werden allesamt auch präsentiert. Danach können von den Bürgern auch Fragen gestellt werden.

Insgesamt sollen eine Million Euro im Melker Haushalt eingespart werden, damit nicht nur die negative Finanzspitze abgedeckt, sondern auch eine freie Finanzspitze für wichtige Projekte lukriert wird.

In der Juli-Sitzung wurden im nicht-öffentlichen Teil bereits Einsparungspotenziale in der Höhe von 500.000 Euro beschlossen. Weitere 500.000 sollen am Donnerstag fixiert werden. In fünf Paketen sind diese Sparmaßnahmen geschnürt.

Fünf Sparpakete

  • Effizienzsteigerungen, keine Nachbesetzung bei Pensionierungen, Gebühren anpassen (Friedhofsgeb.)
  • Parkraumbewirtschaftung
  • Mehr Freiwilligenwesen in Gemeindeeinrichtungen
  • Kultur: Die Stadt will mit der NÖ Kultur Synergien überlegen.
  • Einsparungspotenziale im Wachaubad bzw. Eislaufplatz

Neben der Parkraumbewirtschaftung steht vor allem die Übernahme zahlreicher Funktionen von Ehrenamtlichen im Mittelpunkt.

Widrich: „Es wird keine Kündigungen geben“

„Wir wollen die Bürger verstärkt einbinden. Ein Dachverein soll in Zusammenarbeit mit der Stadt das managen. Es gibt viele Melker, ich kenne vor allem einige pensionierte Lehrer, die sich gerne einbringen würden“, weiß Bürgermeister Thomas Widrich.

Zum Beispiel bei der Volkshochschule sollen die Ausgaben von 220.000 Euro der letzten fünf Jahre eingespart werden. Die Infrastruktur würde weiterhin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Die Organisation soll aber ehrenamtlich erledigt werden. Für Widrich ist jedoch klar, dass keine fixen Angestellten gekündigt werden. Nachbesetzungen bei Pensionierungen werden aber genau geprüft. Klar ist für ihn auch die Alternative zu den Maßnahmen: „Geht das nicht durch, würde es einige Bereiche nicht mehr geben.“

Grüne äußern Kritik

Kritik kommt im Vorfeld der Sitzung jedoch von den Melker Grünen. „Den Überlegungen der Einsparungsmaßnahmen bei Volkshochschule und Bücherei stehen wir sehr kritisch gegenüber“, betont Gemeinderat Emmerich Weiderbauer. Das Projekt „Stadt Melk hat Zukunft“ sieht vor, dass die Sparmaßnahmen auch mit den anderen Parteien wie den Grünen abgesprochen werden sollten. „Das ist nicht passiert“, kritisiert Landtagsabgeordneter Weiderbauer.