Melk

Erstellt am 11. Juli 2017, 05:46

von Denise Schweiger und Anna Faltner

Kitsch & Rock bei Musikrevue. Für die diesjährige Musikrevue „Birdland“ erntete das Ensemble viel Lob und Standing Ovations.

Griechische Götter, die eher aussehen als ob sie vom Nova Rock-Festival kommen als vom Olymp, fegen über die Wachauarena. Sie paffen E-Zigaretten, rocken mit der Luftgitarre und haben gewaltigen Hunger. Es gelüstet den Punkrock-Gottheiten besonders nach einem Lebensmittel: Eier. Genau das wird zum Problem von Götterboten Hermes – und damit nimmt die Geschichte von „Birdland – das Glück is a Vogerl“ seinen Lauf.

Beim bunten Start der Musikrevue der diesjährigen Sommerspiele ernteten die Darsteller tosenden Applaus und Standing Ovations. Das Publikum genoss die Abenteuerreise ins Wolkenkuckucksheim: Bei Ohrwürmern wie „Ham kummst“ von den österreichischen Chart-Stürmern Seiler und Speer oder bei „Volare“ wurden die Besucher von der ersten bis zur letzten Reihe mitgerissen. Selbst der altbekannte Vogerltanz durfte natürlich bei „Birdland“ nicht fehlen.

Die verrückten Vögel auf der Bühne erwiesen sich auch als professionell: Eine Mikro-Panne lächelte Peter Groissböck auf gekonnte Art weg. Nach der großen Premiere begrüßte Alexander Hauer die Gäste – anders als bei der „Bartholomäusnacht“ konnte er bei der Uraufführung von „Birdland“ entspannt im Publikum sitzen. „Meine eigenen Werke schaue ich nur in Etappen, das gesamte Werk schaffe ich einfach nie. Die Revue genieße ich in vollen Zügen, so wie dieses Jahr“, schmunzelt der Künstlerische Leiter. Und war auch ziemlich begeistert: „Was die da leisten, drei Stunden fast durchgehend auf der Bühne. Großartig, wie in den letzten Tagen die Stellschrauben zusammengeflickt wurden.“

„Bei der Generalprobe ging einiges schief – alles, was ich in die Hände nahm, ging kaputt. Bei der Premiere hat alles geklappt.“

Cornelia Mooswalder

Kulturstadtrat Emmerich Weiderbauer (Grüne) lobte die musikalische Reise mit den Vögeln ebenfalls: „Bist du deppert, da ging die Post ab. Ich habe schon viele Musikrevues gesehen, aber heute, das war eine Stimmung. Das Publikum ist von Anfang an voll mitgegangen.“ Für ihn ist Melk ohnehin ein „pulsierendes und swingendes“ Kulturzentrum in ganz Niederösterreich.

„Super finde ich auch das Nebeneinander von Stück und Musikrevue“, kommt Weiderbauer ins Schwärmen. Während der Premierenfeier bei Nudeln mit Tomatensauce und Chili con Carne zeigte sich Castingsternchen Cornelia Mooswalder sichtlich erleichtert. Sie sang sich als die „Nachtigall“ in die Herzen der Zuschauer und verriet der NÖN ein kleines Geheimnis: „Gestern bei der Generalprobe ging einiges schief – alles, was ich in die Hände nahm, ging kaputt. Die Premiere ging so toll über die Bühne, da fällt mir ein Stein vom Herzen!“