Melk

Erstellt am 09. Februar 2018, 05:00

von Denise Schweiger

Marie-Luise Fonatsch ist die Top-Unternehmerin 2018. Die Melkerin Marie-Luise Fonatsch ist die Top-Unternehmerin 2018. Sie gewann in der Kategorie „Innovation“.

So sieht eine Siegerin aus: Marie-Luise Fonatsch holte sich den Unternehmerinnen-Award 2018 in der Kategorie Innovation. Österreichweit setzte sich die Melkerin mit ihrer Firma, die Lichtmasten herstellt, gegen die Konkurrenz durch.  |  Schweiger

„Als bei der Preisverleihung mein Name fiel, konnte ich es kaum glauben. Das war ein richtiger Wow-Effekt“, erinnert sich Marie-Luise Fonatsch zurück. Seitdem hat sie ihn im Büro stehen, den Unternehmerinnen-Award 2018. Die Melkerin sicherte sich und ihrer Firma, die Lichtmasten herstellt, die österreichweite Auszeichnung für Frauen in der Wirtschaft in der Kategorie „Innovation“.

In die Rolle der Chefin sei sie „so hineingerutscht“. Nach einer kaufmännischen Ausbildung stieg die Melkerin in den elterlichen Handwerksbetrieb ein. Stahl war immer schon das Material, mit dem die Familie Fonatsch arbeitete: Ihr Großvater war Schmied, der Vater führte die Linie weiter. Als er dann in Pension ging, saß sie im Chef-Sessel. 2012 wurde sie die „Herrin“ im Hause Fonatsch.

„Dieser Preis ist für mich eine Bestätigung dafür, dass wir unseren Job sehr gut machen.“Marie-Luise Fonatsch, Top-Unternehmerin 2018

„Ohne Alexander würde aber nichts gehen“, schmunzelt die Top-Unternehmerin Österreichs 2018. Die Rede ist von Alexander Meissner, dem Geschäftsführer des Unternehmens. Er kümmert sich um Vertrieb und Technik. Was allerdings nicht heißt, dass die Preisträgerin nicht auch bei diesen Arbeiten mitmischt.

Die Prokuristin, die Marketing, Finanzen und Personalangelegenheiten managt, ist technikaffin und bei allen Projekten involviert. Wie etwa dem energieautarken Buswartehäuschen, das zum Beispiel bei der NMS Melk steht. Generell möchte Fonatsch aber betonen: „Dieser Preis gebührt dem gesamten Team. Er ist für mich eine Bestätigung dafür, dass wir unseren Job gut machen.“

Ob sie als Frau in der Führungsposition – und in der Technikbranche – jemals auf Gegenwind gestoßen ist? „Nein, solche Erfahrungen habe ich eigentlich nie gemacht“, meint die Unternehmerin. Im Bezirk ortet sie einen sichtbaren „weiblichen“ Aufschwung in der Wirtschaft. Sogar konkret im eigenen Betrieb: „Unser erster und einziger weiblicher Lehrling als Metallbearbeitungstechniker hat jetzt etwa die Hälfte der Lehrzeit hinter sich.“

Die Fonatsch-Chefin setzt sich außerdem noch als Soroptimistin für Frauen ein und ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern.