Erstellt am 22. März 2016, 05:04

von Franz Gleiß

Melker Kreuz auf Briefmarke. Das Melker Kreuz - der größte Schatz des Stifts - dient als Motiv für eine Sonderpostmarke im Wert von 1,70 Euro. Die Auflage ist mit 180.000 Stück sehr begrenzt.

Bei der Präsentation der Briefmarke »Melker Kreuz« im Barockkeller im Stift Melk: Abt Georg Wilfinger (v. l.), Wilhelm Remes, Diözesanbischof Klaus Küng, Helmut Kogler, Briefmarkenkünstler Peter Sinawehl, Bürgermeister Thomas Widrich, Bundesrat Andreas Pum und Günter Schmied von der Post AG.  |  NOEN, Gleiß

„Was ist das Melker Kreuz wert? Kann man nicht sagen. Das gesamte Stift ist die Fassung für das Kreuz. Ist die Kreuzreliquie echt? Das ist völlig wurscht! Das Melker Kreuz ist seit 1.000 Jahren hier in Melk.“ Pater Martin Rotheneder klärte ohne Umschweife die am häufigsten gestellten Fragen zum Melker Kreuz bei der Präsentation der Sonderpostmarke am Donnerstag im Barockkeller des Stifts.

Im Jahr 1040 erhielten die Augustiner Chorherren als Hausherren des Stifts das Melker Kreuz als Geschenk. Der Legende nach sei das Kreuz in den folgenden Jahrhunderten gleich zwei Mal weggekommen. Und zwei Mal kam es auf wundersame Weise wieder zurück. Heute verlässt das Kleinod mit einem Splitter des Kreuzes Christi nicht mehr das Haus. Nur ein Mal im Jahr wird es gezeigt: An jenem Sonntag, der dem 12. Februar am nächsten liegt.

"Weltweites Publikum durch Social Media"

Wesentlich öfter zu sehen ist das Kreuz nun auf der neuen Sonderpostmarke aus der Reihe „Sakrale Kunst“. Der österreichische Philatelistenverein St. Gabriel hatte das Motiv gewählt. Obmann Wilhelm Remes erklärte die Maxime des Vereins: „Wir wollen die Präsentation der Briefmarke mit dem Sonderpostamt so nahe wie möglich beim Motiv durchführen.“

Bürgermeister Thomas Widrich ging auf die sinkende Bedeutung von Briefen ein. Die Bekanntheit der Briefmarke mit dem Motiv aus Melk sieht er dadurch aber nicht gefährdet: „Heute wird das Motiv über Social Media einem weltweiten Publikum vermittelt.“

Zwölftes Briefmarkenmotiv sakraler Kunst 

Diözesanbischof Klaus Küng bedankte sich für die Auswahl des sakralen Motives: „Die Serie der Sondermarken ist etwas Kostbares und Besonderes.“

Das Melker Kreuz ist laut Günter Schmied von der Post AG das zwölfte Motiv von sakraler Kunst auf einer Sonderpostmarke. Erhältlich ist die von Künstler Peter Sinawehl gestaltete Marke in allen Postämtern und im Onlineshop der Post AG. Mit dem Wert von 1,70 Euro können Überseebriefe frankiert werden. Zu lange sollte laut Remes mit dem Kauf einer Marke nicht gewartet werden: „In drei Monaten könnte die Auflage mit 180.000 Stück vergriffen sein.“