Erstellt am 15. Juni 2016, 14:10

von NÖN Redaktion

Mit Frauenpower aus Pöchlarn zum Erfolg. Pöchlarnerin Barbara Daxböck ist Mitgründerin vom „Fesch’markt“. Er ist von 17. bis 19. Juni in der Ottakringer Brauerei.

Die 34-jährige Pöchlarnerin Barbara Daxböck (Bild) gründete mit Freundin Katrin Hofmann den »Fesch'markt«. Das Marktfestival für Kunst & Design findet von 17. bis 19. Juni in der Ottakringer Brauerei in Wien statt.  |  NOEN, Nina Keinrath
Wenn es in New York funktioniert, warum dann nicht auch in Österreich? Das dachten sich Barbara Daxböck und Katrin Hofmann, als sie 2010 den ersten „Fesch‘markt“ in Wien veranstalteten.

„Fesch‘markt“. Was ist das? Ein Jungdesignermarkt. Aussteller aus dem In- und Ausland verkaufen ihre Produkte. Abseits vom Mainstream bieten sie Unikate, innovative Ideen und außergewöhnliche Snacks an. Kaufen können die Besucher beispielsweise eine Teetasse, die als Seifenspender umfunktioniert wurde. Kleidung mit den verrücktesten Aufdrucken oder Polster, die nur mit ein paar Handgriffen die Bierkiste zu einer Sitzbank umfunktionieren. Aber zurück zum Anfang.
„Man darf niemals nachlassen, denn Stillstand
bedeutet meist Rückschritt – vor allem in
unserer Branche.“
Barbara Daxböck aus Pöchlarn
„Die Idee zum ‚Fesch’markt‘ ist im Sommer 2010 ganz spontan und durch Zufall entstanden“, erinnert sich Barbara Daxböck, „meine jetzige Geschäftspartnerin Katrin Hofmann erzählte mir von ihrem Urlaub in New York. Unter anderem besuchte sie dort verschiedene Designmärkte. Ich hab damals noch in der Ottakringer Brauerei im Eventmanagement gearbeitet und nachdem es zu dem Zeitpunkt etwas Derartiges in Österreich noch nicht gab, wir die alten Fabrikshallen der Brauerei als perfekten Ort dafür sahen und mein damaliger Chef sein OK gab, probierten wir es.“

Glück, Spaß und Freude als Erfolgsrezept

30 Aussteller und 1.700 Besucher waren bei der Premiere vom „Fesch‘markt“ 2010 dabei. Das überwältigte die Organisatorinnen. Zwei weitere Märkte folgten 2011. Danach waren sich die beiden Frauen sicher, vom „Fesch’markt“ leben zu können. Mit viel Herzklopfen kündigten die Zwei Ende 2011 ihre Jobs. Plan B gab es damals übrigens keinen.

Sechs Jahre später veranstalten sie das Marktfestival für Kunst & Design neben Wien auch in Linz, Vorarlberg und Graz – und beide können heute davon leben.

Das Erfolgsrezept der Gründerinnen? Die Kombination aus viel Glück, Spaß und Freude an dem, was sie tun. Arbeitseifer und Eigenantrieb machen die Zutaten des Erfolges komplett. „Man darf niemals nachlassen, denn Stillstand bedeutet meist Rückschritt – vor allem in unserer Branche, wo wir ja von neuen Ideen, Trends und Strömungen leben“, sagt die 34-Jährige.



Die Risikobereitschaft ihrer Tochter bereitete 2011 auch Ulli und Hans Daxböck leichtes Bauchweh. „Wir wussten nicht, ob ihr Plan schlussendlich aufgehen wird“, sagte Barbaras Vater Hans von „Johny’s Burger“-Lokal. Die beiden bestärkten ihre Tochter, es zu probieren, und können jetzt umso stolzer auf ihr jüngstes Kind sein. Denn mittlerweile kommen bis zu 15.000 Besucher zum „Fesch’markt“ in Wien.

Was erwartet die Besucher von 17. bis 19. Juni in der Ottakringer Brauerei? Natürlich wieder extrem viele fesche Produkte von rund 220 Ausstellern. Darunter sehr viel Frisches und noch nie in Österreich Gesichtetes. Von Teilnehmern aus dem Inland und ganz Europa sowie ein großes „Street-Food-Fesch’tival“ outdoor. Rund 50 Junggastronomen kommen mit ihren Foodtrucks aus ganz Österreich angerollt.

Jetzt fragt sich nur noch, warum der „Fesch‘markt“ eigentlich so heißt? „Den Namen haben wir gewählt, weil ‚fesch‘ ein liebes Wort ist, das österreichischen Charme und Witz versprüht. Es ist aber auch vielseitig einsetzbar und drückt Offenheit aus. Und schließlich möchte ja jeder fesch sein,“ sagt die fesche Mitgründerin.

Wissenswertes

  • Die Gründerinnen: Barbara Daxböck, 34 Jahre. Aufgewachsen als Wirts- und Fleischerstochter in Pöchlarn. Ausbildung: Matura Stiftsgymnasium Melk, Studium Tourismuswirtschaft an der WU Wien. Katrin Hofmann, 33 Jahre, und aus dem Bezirk Braunau (OÖ)

  • Aktuell gibt es den „Fesch’markt“ zweimal im Jahr in Wien, in Graz und in Vorarlberg sowie einmal in Linz.

  • Je nach Location und Saison gibt es immer ein Rahmenprogramm mit Fete, Vernissagen, Kleidertauschbörse, Freiluftkino, Workshops und vielem mehr.

  • Während in den Innenräumen die Verkaufsstände platziert sind, ist im Außenbereich das Streetfood-Festival mit zahlreichen Junggastronomen. Lokale DJs sorgen outdoor für das musikalische Highlight.