Erstellt am 16. Februar 2016, 09:10

von Susanne Leonhartsberger und Christian Eplinger

Mit Hader-Film in Richtung Berlinale. Zwei Nöchlinger sind Darsteller bei Josef Haders neuem Film „Wilde Maus“, der bei der Berlinale 2017 eingereicht wird.

»Knochenmann«-Premierenfeier 2009 in Wien: Heini Staudinger (v. l.), Simon Schwarz, Gerhard Haubenberger, Josef Hader, Karl L. Furtlehner, Sebastian Tschugnell.  |  NOEN, privat

Gerhard Haubenberger und Karl Leopold Furtlehner sind passionierte Filmer – sowohl vor wie hinter der Kamera. Ihr kreatives Potenzial war bereits vor Jahren dem in Nöchling verwurzelten Josef Hader aufgefallen. Im Jänner standen die beiden nun mit Hader gemeinsam vor der Kamera, als Nebendarsteller in dessen neuem Film „Wilde Maus“. Die Kinopremiere des Spielfilms ist für 17. Jänner 2017 angesetzt. Und mit etwas Glück ist die wilde Maus genau in einem Jahr - im Februar 2017 - bei der Berlinale zu sehen.

Szenen auf DVD bei „Der Knochenmann“

Begonnen hatte alles 2004. Der Kurzfilm der beiden Nöchlinger mit dem obskuren Titel „Im Arschling viri“ und das Eigenbau-Kabarett „Tetralog“ weckten das Interesse des Großmeisters Hader. „Er hat uns bei Regisseur Wolfgang Murnberger als Nebendarsteller für den Film ,Der Knochenmann‘ vorgeschlagen“, erzählt Furtlehner, von Beruf Sicherheitsfachkraft bei ZKW in Wieselburg. In der Kinoversion war die Szene mit den beiden Nöchlingern zwar nicht zu sehen, jedoch im Bonusmaterial auf DVD.

Der Kontakt riss nicht ab. Im September 2015 kam schließlich der Anruf: „Josef sagte, er hat Rollen für uns in seinem neuen Film“, berichtet Furtlehner. Der Dreh entschied sich sehr spontan, weil er von der Witterung abhängig war: „Am Samstag kam der Anruf und am Montag reisten wir nach Gösing, dazu mussten wir kurzfristig Urlaub nehmen. Das war nur möglich durch das Entgegenkommen unserer Arbeitgeber“, danken die beiden den Unternehmen.

Näheres über ihren Part im Film wollen die beiden nicht verraten. Wer aber den Nöchlinger Eigenbau-Streifen „Randgestalten“ gesehen hat, der weiß, dass das Duo gut in das von Josef Hader bevorzugte Genre passt: trockener, teils schwarzer Humor, eiskalt serviert.

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Kalt war es auch beim Dreh rund um das Alpenhotel Gösing bei Puchenstuben im Mariazellerland. „Wir haben Outdoor-Szenen im Wald gedreht, bei 12 Grad minus“, beschreibt Gerhard Haubenberger, der als Qualitätsmanager bei Bergland Milch tätig ist. Doch das Team habe sich im geheizten Zelt gut um seine Darsteller gekümmert: „Und schließlich kommen wir aus dem Waldviertel und sind ein bissl Kälte gewohnt.“

„Wilde Maus“ ist auch für Josef Hader eine Premiere. Erstmals ist er allein für Drehbuch, Regie und als Hauptdarsteller verantwortlich. Zum Inhalt: Ein 50-jähriger Wiener verliert seinen Job, verheimlicht es aber seiner jüngeren Frau. Nächtliche Rachefeldzüge gegen seinen Ex-Chef steigern sich bis zu großen Anschlägen. Zusammen mit einem Bekannten, der ebenfalls arbeitslos ist, beginnt er, eine alte Achterbahn zu renovieren.

Der Dreh wechselt zum Showdown von Wien nach Gösing: „Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn laut Drehbuch war eine 25 cm-Schneedecke nötig,“ beschreibt Produzent Michael Katz von Wega Film. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 2,9 Millionen Euro. Vom Land Niederösterreich gibt es eine Filmförderung in Höhe von 100.000 Euro. Anfang September wird der Film fertiggestellt, ins TV kommt er im Sommer 2018.


Filmographie

Gerhard Haubenberger (Persenbeug) & Karl Leopold Furtlehner (Nöchling) drehten bisher:

  • 2002 -  „Legal egal“ (Kurzfilm), Austrian Video Award

  • 2004/05 - „Im Arschling viri“, Kurzfilm beim Theaterprojekt „Land und Leute“ in Nöchling

  • 2007 - „Randgestalten“, erster Spielfilm, Drehbuch und Hauptdarsteller: Gerhard Haubenberger, Gerhard Lindenhofer und Karl Leopold Furtlehner, mit Josef Hader in der Rolle des Fleischers, Drehort: Nöchling.

  • 2008 - Nebenrollen beim Hader-Spielfilm „Der Knochenmann“, aus der Kinoversion gecuttet, auf der Bonus-DVD dabei

  • 2010 - „Großvaters Gene“, Kurzfilm