Erstellt am 22. März 2016, 15:04

von Michael Unger

Museum ist bald überall. Neues Museumskonzept / Auf der Gemeinde werden nun die Highlights der jungsteinzeitlichen Sammlung Remes präsentiert. Ab 2017 wird das „Public Museum Loosdorf“ ausgeweitet.

Vor der neuen Vitrine am Gemeindeamt: Bürgermeister Josef Jahrmann (v. l.), Sylvia und Kurt Remes und Historiker Gerhard Floßmann.  |  NOEN, Unger

Rund 20.000 prähistorische Objekte fanden Sylvia und Kurt Remes im Laufe der Jahre in den Äckern und Wäldern rund um Loosdorf. Sie stammen großteils aus der Jungsteinzeit (bis 2000 v. Chr.): Pfeilspitzen, Keile, Schleifsteine, Teile von Gefäßen und sogar einzelne Kunstgegenstände sind Teil der Sammlung. Durch landwirtschaftliche Tätigkeit kommen sie an der Oberfläche zum Vorschein.

Vitrinen in Schulen, Banken und Geschäften

Als das Ehepaar Remes Ende 2014 von Loosdorf nach Zelking zog, schenkten sie ihre beeindruckenden Funde der Gemeinde. Diese macht sie nun der Öffentlichkeit zugänglich. Der Archäologe Joris Coolen wählte Highlights aus der Sammlung aus und gestaltete eine Vitrine, die ab sofort am Gemeindeamt zu sehen ist. Vergangenen Dienstag wurde sie feierlich eröffnet.

Etwa halbjährlich sollen dort neue Objekte der Sammlung präsentiert werden. Zwei besondere Stücke sind eine Sichelklinge aus Feuerstein und ein metallener Löffel, der möglicherweise aus dem Spätmittelalter stammt. Bald sollen ähnliche Sammlungen, von denen es in Loosdorf einige gibt, auch an anderen Stellen noch mehr Menschen zugänglich gemacht werden. Historiker Gerhard Floßmann stellte dazu sein Konzept des „Public Museum Loosdorf“ vor.

"Museumseröffnung" im März 2017

Fünf bis acht Vitrinen insgesamt sollen etwa in Schulen, Banken und Geschäften aufgestellt werden. Diese könnten dann mit römischen Münzen, Hellebarden, Mineralien oder Radios „bespielt“ werden – das Angebot an interessanten, kulturhistorisch wesentlichen Objekten in Loosdorf ist groß.

Für Floßmann ist klar, dass ein solches Konzept an ohnehin belebten Orten erfolgreicher sein wird als oft von niemandem besuchte „Heimatmuseen“ in anderen Gemeinden. „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen“, so der Historiker. Die Planungsphase will Floßmann bis September 2016 abschließen, im März 2017 soll das „Museum“ eröffnen.