Erstellt am 28. Oktober 2015, 06:02

von Walter Fahrnberger

Texing: Karner soll Ortschef werden. Bürgermeister Butzenlechner legte Amt zurück. Davor ging auch Vize Reichly: „Ich war nicht der Wunschkandidat.“

Gerhard Karner: „Fit für 2018.“  |  NOEN, Erich Marschik
Paukenschlag in der Gemeinde Texing. In der Vorwoche gab ÖVP-Bürgermeister Herbert Butzenlechner aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt bekannt. Wer nun dachte, dass Vizebürgermeister Manfred Reichly nachrücken würde, der irrte. „Ich war nicht der Wunschkandidat des scheidenden Bürgermeisters“, meinte Reichly, der deshalb bereits am Freitag davor sein Amt zurücklegte. „Aus persönlichen Gründen“ wie es offiziell heißt.

Überraschend ist demnach auch die Nachfolge von Butzenlechner: Gerhard Karner, seit der Vorwoche offiziell 2. Präsident des NÖ Landtages, soll am Donnerstag im Gemeinderat zum neuen Bürgermeister gewählt werden.

„Ich hätte gerne weiter für die
Gemeinde gearbeitet.“
Manfred Reichly, scheidender
Vizebürgermeister der
Gemeinde Texing

Als Vizebürgermeister wird Walter Eigenthaler vorgeschlagen. Letzterer hatte zuletzt bereits die Geschicke der Gemeinde gemeinsam mit Vizebürgermeister Reichly geleitet, nachdem Herbert Butzenlechner krankheitsbedingt öfters ausgefallen war.

Wenige Monate nachdem Herbert Butzenlechner im Frühjahr dieses Jahres erneut zum Bürgermeister gewählt wurde, kam für den 69-Jährigen die erschütternde Diagnose: Leukämie. Seit Sommer war er deshalb oftmals wochenlang außer Gefecht.

Auch aktuell muss sich Butzenlechner erneut einer Chemotherapie in Linz unterziehen. „Ich habe nie einen Arzt gebraucht, war immer gesund. Im Sommer wurde dann die Krankheit festgestellt“, so der Noch-Bürgermeister, der im kommenden Jahr seinen 70. Geburtstag feiert.

Über 22 Jahre leitete Butzenlechner die Geschicke der Gemeinde. Jetzt war das neben der Therapie nicht mehr möglich. „Es ist ja doch auch viel Arbeit in der Gemeinde“, erklärt Butzenlechner den logischen Schritt. Im Kampf gegen seine Krankheit ist der stets umtriebige Ortschef optimistisch: „Ich komme da durch, mir geht es schon besser.“

Karner wollte, dass Reichly als Vize bleibt

Ist der Rücktritt Butzenlechners nachvollziehbar, so kam jener von Manfred Reichly doch überraschend. Viele hätten ihn als neuen Bürgermeister gesehen. Auch er selbst. Schließlich war der 51-Jährige insgesamt 21 Jahre im Gemeinderat, elf Jahre davon als Vizebürgermeister an der Seite von Butzenlechner.

„Doch ich war nicht sein Wunschkandidat. Herbert hat mit mir darüber nie gesprochen. Ich wurde links liegen gelassen. Deshalb bin ich natürlich enttäuscht. Ich hätte gerne weiter für die Gemeinde gearbeitet und einige Projekte fertiggemacht“, so Reichly.

Der Texinger ÖVP-Obmann Günther Pfeiffer hatte auf Anfrage erklärt, Reichly sei in der Privatwirtschaft tätig und das Amt wäre für ihn nur schwer auszuüben gewesen. „Die Zeit, das abzuklären, hat man mir nicht gegeben“, kontert Reichly, der bei Gourmet als Koch arbeitet.



Loyal sei ihm gegenüber aber stets der designierte Ortschef Gerhard Karner gewesen. „Er hat mir die Nachricht übermittelt und hat mich gebeten, dass ich als Vize bleibe. Aber ich wollte dann nicht mehr“, so Reichly.

Dass sowohl Butzenlechner als auch Reichly in ihrer Ära großartige Arbeit geleistet haben, bestätigt auch Gerhard Karner. „Reichly hat sich vor allem auch zuletzt in der Vertretung von Herbert verdient gemacht.“
Seiner Wahl zum Bürgermeister wollte Karner noch nicht vorgreifen.

„Warten wir mal ab.“ Mit 17 Mandaten zu 2 von der SPÖ ist das für die Volkspartei aber wohl nur mehr Formsache. „Es liegt mir am Herzen, auch in meiner Heimatgemeinde mehr Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Karner, bei dem auch seine berufliche Veränderung in den letzten Wochen dazu beigetragen hat, das Amt des Bürgermeisters überhaupt andenken zu können.