Erstellt am 17. November 2015, 02:38

von Michael Unger

Neues über das "Jenische". Acht Bachelorarbeiten der FH St. Pölten behandeln das Jenisch "baaln" (sprechen) und seinen Status in Loosdorf heute. Nun wurden sie als Buch herausgegeben.

 |  NOEN, zVg

Was ist das „Besondere“ an Loosdorf? Die Sprache, wird eine häufige Antwort lauten. Immer wieder soll es zwischen Loosdorfern und ihren Mitmenschen, selbst aus direkten Nachbargemeinden, zu Verständigungsproblemen kommen.

Der Grund dafür: Das fahrende Volk der Jenischen, die sich im 19. Jahrhundert im Ortsteil Sitzenthal niederließen. Ihre „Sprache“, eigentlich nur 300 bis 400 Wörter, wurde von den Ortsansässigen teilweise übernommen. Das Thema wurde bisher aber kaum wissenschaftlich aufgearbeitet.

Thema wieder mehr im Mittelpunkt

Nun hat sich ein Projekt der Fachhochschule St. Pölten die Sache genauer angesehen. Ein Jahr lang recherchierten acht Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit für ihre Bachelorarbeiten unterschiedliche Aspekte des Themas „Jenisch in Loosdorf“. Sie führten viele Interviews vor Ort.

Erforscht wurden etwa die Behandlung der Jenischen in Loosdorf in früheren Zeiten, das Ende der jenischen Kultur, in welchen Situationen und warum Jugendliche heute „baaln“ (Jenisch reden) oder inwiefern es noch verpönt ist. Das Bildungs- und Heimatwerk NÖ hat diese Arbeiten nun als Buch herausgegeben. Auch eine Präsentation in Loosdorf ist geplant.