Erstellt am 15. März 2016, 07:57

von Walter Fahrnberger

Ortschefs kämpfen um NEF-Standort. Zwölf Bürgermeister fürchten um notärztliche Versorgung aufgrund der Neuausschreibung für 2017. Das Land beruhigt.

Die Bürgermeister und Vizebürgermeister kämpfen um den Erhalt des NEF-Standortes Ybbs/Persenbeug: Manfred Mitmasser (Persenbeug), Gottfried Schartmüller (Vize Nöchling), Friedrich Buchberger (Hofamt Priel), Otto Jäger (Neumarkt), Monika Leimhofer (Vize St. Martin), Alois Schroll (Ybbs), Lisbeth Kern (Petzenkirchen), Franz Wieser (Bergland), Franz Wurzer (Blindenmarkt) und Anton Gruber (Marbach).  |  NOEN, Walter Fahrnberger
Seit 2008 ist das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) vom Standort Ybbs/Persenbeug nicht mehr wegzudenken. Jährlich mehr als 1.100 Einsätze im Gebiet zwischen Nöchling, Blindenmarkt und Wieselburg sprechen für sich.

Jetzt aber fürchten die zwölf Bürgermeister aus dem Versorgungsgebiet um den Erhalt des Standorts. Nachdem die Verträge mit Rotem Kreuz und ASBÖ Ende dieses Jahres auslaufen, wurde die Notarztversorgung in Niederösterreich vom Land EU-weit neu ausgeschrieben. Zwei Wochen läuft die Ausschreibungsfrist noch. Vorbeugend haben zehn der betroffenen Ortschefs aller Couleurs bei einer Pressekonferenz am Freitag eine Petition für den Erhalt des Standortes unterschrieben, die an Landeshauptmann Erwin Pröll, seinen Stellvertreter Wolfgang Sobotka sowie an die Landesräte Maurice Androsch und Karl Wilfing ergangen ist.

Das Land plant nämlich, Niederösterreich ab 2017 in acht Versorgungsregionen (Lose) einzuteilen. Der Bezirk Melk ist dabei gemeinsam mit dem Bezirk Krems zusammengefasst. „Von den aktuell vier Notarztstandorten Krems, Pöggstall, Melk und Ybbs/Persenbeug könnten im schlechtesten Fall nur zwei übrig bleiben“, befürchtet der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll (SPÖ), nachdem schon vor zwei Jahren über eine Schließung des Ybbser NEF-Stützpunktes diskutiert wurde. „Das wäre eine Ausdünnung des ländlichen Raums“, ergänzt Hofamt Priels Bürgermeister Friedrich Buchberger (ÖVP), der selbst schon vom NEF medizinisch versorgt werden musste.

„Notarztversorgung soll nicht billiger werden“

„Wir sind jetzt schon im Grenzbereich der Anfahrtswege“, befürchtet Nöchlings VP-Vizebürgermeister Gottfried Schartmüller eine Verschlechterung der Versorgung. Bis dato mussten 95 Prozent der Niederösterreicher im Notfall nämlich spätestens in 15 Minuten versorgt werden. Bei der neuen Ausschreibung wurde diese Zeit auf 20 Minuten erhöht. „Es gibt viele Potenziale, wo wir sparen können, aber nicht an der Gesundheit“, ergänzt der Persenbeuger Bürgermeister Manfred Mitmasser (SPÖ).

Dem Gerücht, dass die Notarztversorgung künftig billiger werden soll, widerspricht Günther Haslauer, Pressesprecher von Landeshauptmann-Stv. Wolfgang Sobotka: „Schon alleine deshalb, weil die Häufigkeit der Einsätze in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Und auch die Finanzierung durch das Land ist in Zukunft sichergestellt“, erklärt der Sprecher.

Bei der Pressekonferenz im Ybbser Rotkreuz-Haus waren auch fünf Personen, die ihr Leben dem schnellen Einsatz des NEF zu verdanken haben. Mit 5.720 Einsätzen in den letzten fünf Jahren wird der Standort Ybbs-Persenbeug seit dem Start 2008 als Vorzeigestützpunkt betitelt.

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