Erstellt am 04. April 2017, 04:00

von Claudia Christ

Erstes Hotel für Ybbs jetzt fix. Nun ist es fixiert: Auf dem Areal des Prof.-Wirtinger-Parks wird das erste Ybbser Hotel gebaut.

In erster Reihe zur Donaulände entsteht demnächst das erste Hotel in Ybbs. Grundlage dafür war die Umwidmung des privaten Parks der Familie Gruber-Rosenberger.  |  Christ

„Wir sind beeindruckt vom bombastischen Rückhalt des Gemeinderates“, waren Karin und Ernst Gruber-Rosenberger nach der Umwidmung des Prof.-Wirtinger-Parks sichtlich erleichtert.

Seit fast einem dreiviertel Jahr war die Umwidmung Diskussionspunkt im Gemeinderat. Kritische Stimmen aus den FPÖ-Reihen und vor allem von WUY-Gemeinderat Paul Hacker „dies käme einer Vernichtung von Ybbser Kulturgut gleich“ sorgten auch für jede Menge medialen Rummel.

„Wir können uns alle Finger abschlecken, wenn ein Betrieb in Ybbs einen Reisebus beherbergen kann.“ SP-Gemeinderat Dominic Schlatter

Hacker, der sich auch mittels einer Unterschriftenaktion in Ordinationen und Geschäften für die Erhaltung des Parkes stark machte, legte noch am Donnertagvormittag der NÖN die lange versprochenen 270 gesammelten Unterschriften vor.

42 der auf der Liste angeführten Personen kommen jedoch nicht aus der Gemeinde Ybbs, sondern aus Nachbargemeinden sowie aus dem Yspertal, Seiten stetten und Blindenmarkt.

Auch während der Gemeinderatssitzung betonte Hacker nochmals: „Ich und all jene, die unterschrieben haben, haben nichts gegen ein Seminarhotel in Ybbs, aber beim Ort scheiden sich die Geister.“ Außerdem habe es die Gemeinde versäumt, den Park zu erwerben und nach Alternativen für den Hotelstandort zu suchen.

Mündliche Zusage liegt  vor

SP-Bürgermeister Alois Schroll konterte: „Ich habe bis heute keine Unterschriftenliste erhalten. Der Vorwurf, mir die Liste nicht zu zeigen, weil ich diese Personen dann unter Druck setzen könnte, ist absurd. Mit mir kann jeder reden. Wir hätten das Projekt bei einem Treffen auch den Kritikern präsentieren können.“ Alles über die Medien zu spielen, sei für Schroll eine persönliche Enttäuschung.

Fakt ist, dass die mündlichen Zusagen des Landes NÖ bereits vorliegen und auch das Raumplanungsbüro Schedlmayer sowie die Ämter für Denkmal- und Umweltschutz und Forstwirtschaft das geplante Projekt für positiv befunden haben.

Dass ein Seminarhotel neue touristische Chancen für die Stadt mit sich bringt, betonte auch SP-Gemeinderat Dominic Schlatter: „Ybbs entwickelt sich weiter und wir können uns alle zehn Finger abschlecken, wenn ein Betrieb in Ybbs einen Reisebus beherbergen kann.“

"Morgen mit konkreten Planungsarbeiten beginnen“

Auch die ÖVP-Fraktion sprach sich für das Projekt aus. „Wir stehen geschlossen hinter euch“, betonte VP-Stadtrat Ewald Becksteiner in Richtung der beiden anwesenden Wirtsleute. „Der Park ist Privatbesitz, dass er bislang öffentlich zugänglich war, ist nicht selbstverständlich“, betonte SP-Stadträtin Ulrike Schachner nochmals. Besucher wären ohnehin dort nur spärlich anzutreffen.

Langer Rede kurzer Sinn: Nach rund einer Stunde wurde die Umwidmung des Parks in Bauland mit der Gegenstimme von Paul Hacker und den Stimmenthaltungen der FPÖ mit Andreas Reitner und Gerhard Steindl beschlossen.

„Es war ein langer Weg, aber jetzt können wir endlich loslegen und werden morgen schon mit den konkreten Planungsarbeiten beginnen“, so Babenbergerhof-Chef Ernst Gruber-Rosenberger. Mittels eines Architektenwettbewerbes will die Familie nun die optimale architektonische Lösung finden. Das Hotel mit rund 25 Zimmern soll sich in die Landschaft einfügen, der Park wird in Richtung Donaulände vergrößert.